Legion Of The Damned - Malevolent Rapture: In Memory Of... - Cover
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Legion Of The Damned Malevolent Rapture: In Memory Of...


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Der 20. Mai 2011 war ein sehr trauriger Tag für uns. Unser ehemaliger Bassist und Freund Twan Fleuren hat an diesem Tag Selbstmord begangen. Twan wurde von unserem damaligen zweiten Gitarristen Leon Pennings mit an Bord geholt, der von 1992 bis 1999 Mitglied bei Occult war. Twan Fleuren wurde Ende 1998 Mitglied bei Occult. Während unserer ersten Tour (als Legion Of The Damned, Anm. d. Red.) im Jahre 2006 hatte Twan Schwierigkeiten sein privates Leben mit der Band in Einklang zu bringen. Nach ernsthaften Gesprächen entschieden wir uns alle, dass es das Beste für Twan wäre, wenn er die Band verlässt und sich auf seine geliebte Familie konzentriert. Twan wurde dann durch Harold Gielen ersetzt. Er sah sich in seinem Leben oft mit schweren Zeiten konfrontiert, die dann in der Entscheidung mündeten, die er am 20. Mai 2011 getroffen hat. In seinem Namen wollen wir ihn mit der Wiederveröffentlichung von „Malevolent Rapture“ als lieben Freund und großartigen Bassisten ehren.“

Selbstmord ist im Metal nicht gerade ein seltenes Thema, dennoch trifft es einen immer unvorbereitet, sodass es den verbliebenen Mitgliedern von Legion Of The Damned verziehen sei, dass die Neuauflage des Erstlings „Malevolent Rapture“ (Original-VÖ 01/2006) im Kern nicht mehr ist als eine etwas umfangreichere Special Edition. Neben den zehn Tracks der Urfassung, die das ungezügelte Death/Thrash-Manifest der Holländer schon sehr exakt ausdefiniert hatten, gibt es nämlich gerade einmal vier Bonus Tracks, welche mit rauerer Abmischung und kratzigeren Vocals aufwarten, wodurch ihr B-Seiten-Charakter unterstrichen wird, einen Remix des Titeltracks, der im Vergleich zum Original auf Hochglanz poliert wurde, und zu guter letzt eine DVD, die einen Mitschnitt vom Graspop-Festival von 2011, unveröffentlichtes Videomaterial, eine kurze Doku über die Entstehung des Albums, sowie zwei Videoclips („Bleed for me“, „Disturbing the dead“) enthält. Geht man davon aus, dass es bereits vor etwa zwei Jahren mit „Slaughtering“ (04/2010) ein über fünf Stunden langes, ausführliches Live-Dokument gab, eignet sich vorliegende Wiederveröffentlichung maximal für Komplettisten und Neueinsteiger.

Doch sei´s drum. Die Originaltracks von „Malevolent Rapture“ waren ein rasiermesserscharfer Einstand für die Holländer nach dem Namenswechsel von Occult zu Legion Of The Damned und der Death/Thrash-Vorschlaghammer zermalmt seine Feinde wie eh und je zu Staub. Das Feintuning setzte zwar erst bei den darauffolgenden Outputs ein (und erreichte mit „Cult Of The Dead“ (12/2008) seinen vorläufigen Höhepunkt), sodass Stücke wie „Taste of the whip“, „Demonfist“ oder „Killing for recreation“ allzu gleichförmig aus den Boxen brechen und der Songaufbau allgemein nicht sehr variabel ist, doch rasende Thrashbolzen wie „Death´s head march“, „Into the eye of the storm“ oder die Bandhymne „Legion of the damned“ gehören nicht umsonst zum fixen Repertoire einer jeden Liveshow der Holländer. Zusammen mit den raspelnden Vocals von Maurice Swinkels, dessen Geschrei, das Blut in den Adern gefrieren lässt („Bleed for me“, „Malevolent rapture“), ist das Debüt der Legion der Verdammten trotz ihrer Unzulänglichkeiten in der vorliegenden Fassung ein Must-have für jeden, der sein Wohnzimmer mit dem Besten aus Death und Thrash beschallen will und diesen räudigen Bastard noch nicht sein eigen nennt.

Anspieltipps:

  • Malevolent Rapture
  • Death´s Head March
  • Into The Eye Of The Storm

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