Birdy - Birdy - Cover
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Birdy Birdy


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine leicht soulige Stimme und ein unschuldiges Aussehen, machen Birdy zu einer zuckersüßen Newcomerin am Indie-Pop-Himmel!

Pünktlich zum Frühlingsanfang flattert Birdy alias Jasmine Van den Bogaerde in die CD-Regale. Birdy gilt derzeit als „das“ Ausnahmetalent in Großbritannien: Gerade mal fünfzehn Jahre alt ist die junge Engländerin, doch landete ihr Debütalbum „Birdy“ prompt auf dem dreizehnten Platz der UK-Albumcharts.

Eine leicht soulige Stimme und ein unschuldiges Aussehen machen Birdy zu einer zuckersüßen Newcomerin am Indie-Pop-Himmel! Als Tochter einer Konzertpianistin lernte Jasmine bereits im Kindesalter Klavier spielen und nahm mit zwölf Jahren an einem nationalen „Open Mic“-Talentwettbewerb teil, bei dem sie sowohl in der Kategorie „Unter 18“ als auch in der Gesamtwertung mit einem selbstkomponierten Titel gewann. Als Preis bekam Jasmine Studioaufnahmen geschenkt, was letztendlich zu ihren ersten Veröffentlichungen zwei Jahre später unter dem Künstlernamen „Birdy“ führte.

Weiterhin trieb Jasmine ihre Karriere aber auch dort an, wo die der meisten Kinderstars heutzutage beginnt: Sie stellte erste Videos von sich bei YouTube ins Netz. Aufmerksamkeit erzeugte die Dame, die sich selbst als Singer-Songwriterin bezeichnet, mit „Skinny Love“, einem Cover von Bon Iver, was Birdy eigentlich durch Zufall veröffentlichte und damit den Sprung in die englischen Radiostationen schaffte. Warum also nicht gleich ein ganzes Album voller Cover produzieren, zumal Birdy selbst im Zeitraum der Produktion für wichtige Prüfungen in der Schule zu lernen hatte. Mithilfe einfacher Klavier- und Gitarren-Arrangements flötet sich Birdy somit auf ihrem ersten Album durch eine Reihe altbekannter Indie-Klassiker.

„Birdy“ besteht fast komplett aus Cover-Versionen, obwohl man ihr lassen muss, dass sie wahrlich gute Songs ausgewählt hat: Das Album beginnt mit „1901“ einem Klassiker der Band Phoenix, worauf „Shelter“ von The XX, „The District Sleeps Alone Tonight“ von The Postal Service oder „Young Blood“ von The Naked And Famous folgen. Die „White Winter Hymnal“ von Fleet Foxes klingt zwar dank jugendlicher Stimmlage wie die Aufnahme einer Mädchenkantorei, aber vielleicht machen genau solche Unterschiede auch den Charme des Albums aus.

Natürlich könnte man die gesamte Tracklist nun danach bewerten, wie gelungen die einzelnen Cover-Versionen sein mögen, doch wen interessieren die von einer 15-Jährigen neuinterpretierten Versionen aktueller Indie-Klassiker? Was genau der Produzent von „Birdy“ damit erreichen wollte, lässt sich leider nur vermuten, aber marketing-technisch lohnt sich die Auswahl vermutlich. Einen Lichtblick bietet jedoch die Eigenkomposition „Without A Word“, die vermuten lässt, dass hinter Birdy doch noch etwas mehr steckt.

Schlussendlich klingt Birdy bisher noch etwas wie die altkluge kleine Schwester, die ein bisschen zu lange im CD-Regal ihres älteren Bruders herumgewühlt hat. Die Songs sind sehr gelungen, wobei man nicht immer so richtig weiß, ob es nun am Original oder an der Neuinterpretation liegt. Das Album ist zwar etwas einfallslos, aber es bleibt zu hoffen und zu vermuten, dass Birdy auf ihrem nächsten Album vermehrt selbst Hand anlegt. Der erste Schritt zu internationaler Aufmerksamkeit ist aber erst einmal getan.

Anspieltipps:

  • Skinny Love
  • Without A Word
  • Young Blood

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