Wallis Bird - Wallis Bird - Cover
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Wallis Bird Wallis Bird


  • Label: Karakter Worldwide/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine abwechslungsreiche Reise durch die Gedanken- und Musikwelt der begabten Irin, die Aufs und Abs gleichermaßen faszinierend zur Schau stellt und bis zur letzten Sekunde unterhält.

Sieht man Wallis Bird ihre 30 Jahre aufgrund ihrer kleinen Körpergröße auch weiterhin nicht an, so hört man es zumindest an der vollen Stimme der Irin, die an Alanis Morissette erinnert, wenn sie richtig ausholt. Nach „New Boots“ kommt jetzt ein selbst betiteltes Album. Das muss nicht auf mangelnde Kreativität hinweisen, sondern mehr auf einen Fokus auf sich selbst. Wallis Bird ist „Wallis Bird“ und niemand Anderes auf ihrem neuen Album. Echt, anders und auf ihre Musik konzentriert. Wer gerade erst den Stilwechsel einer seiner Lieblingsbands nicht mitbekommen hat, wird so eine Musik umso mehr schätzen.

Verhalten beginnt der versprochene Reigen mit „Dress My Skin And Become What I'm Supposed To“. Minimalistisch und mit viel Raumakustik schafft es der Song noch nicht die Hörer zu packen, was dann aber mit lebendigem Morissette-Pop-Rock in „I Am So Tired Of That Line“ und „Encore“ wett gemacht wird. Geradeheraus und mit einer ausdrucksstarken Stimme werden die Hörer langsam auf ihre Seite gezogen. Denn wem der recht leichte Pop mit allen möglichen Instrumenten (Sufjan Stevens und seine Klarinetten und das Glockenspiel lassen grüßen) nicht genug ist, der bekommt zur Mitte des Albums echte Gefühlsexplosionen.

„Take Me Home“ ist nur der Auftakt zu einer emotional geladenen Musiktour. Erwähnte Nummer ist wie der Opener still und verhalten, doch gepaart mit der Melodie des aufbegehrenden Textes und der Botschaft „the world has gone mad and I'm trying to save it“ ergibt sich die erste Gänsehaut beim Hörer. Schlimmer (also besser) wird es dann mit der typisch irischen Liebesballade „In Dictum“, die ihr Heil in der Lautstärke sucht. Den Kreis schließen tut „Ghosts Of Memories“, das wie schon das Vorlied in seiner Intensität und der Mischung aus Klage und Kraft in der Stimme an Damien Rice erinnert, der weiterhin auf neue Musik warten lässt.

Dass der leichte Pop keineswegs eine unerwünschte Ablenkung bei so viel emotionaler Tiefe ist, zeigt das sofort einschlagende „Heartbeating City“ mit Handclaps, Pfeifen und Chören. Wallis Bird schafft es auch nach diesem Gefühlsakt in der Mitte des Albums die Kurve zu kriegen und zusammen mit dem noch folgenden „Feathered Pocket“ zwei leichte Stücke einzustreuen, um den Hörer nicht völlig zu ersticken. Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche Reise durch die Gedanken- und Musikwelt der begabten Irin, die Aufs und Abs gleichermaßen faszinierend zur Schau stellt und bis zur letzten Sekunde unterhält.

Anspieltipps:

  • Take Me Home
  • In Dictum
  • Ghosts Of Memories

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