Centao - The Look, The Wait, The Kill - Cover
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Centao The Look, The Wait, The Kill


  • Label: MoRock Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Österreicher Centao unter Wahlwiener Matt (Sänger) sind ihrem Prinzip treu geblieben und bringen nach „Your Poison Is My Paradise“ mit „The Look – The Wait – The Kill“ ein nicht weniger nachdenkliches Album heraus. Wie es sich für die Rockband aus dem Land der Skipisten gehört, ist diese nachdenkliche Note aber immer in Konkurrenz mit kräftigen Rockarrangements, die besonders Live die Gäste weg pusten soll. Bullet For My Valentine ohne Shouting-Einlagen wäre eine passende Beschreibung der Band, der sie auch auf ihrem neuen Album artig nachkommen.

„Poison“ und „Addicted To You“ eröffnen das Album wie verpsrochen mit emotionalem Rock, der Härte und Melodie in pathetischer Weise mischt. Die Frage klärt sich auch nicht zu Beginn, ob die Emotionen oder der eher harte Rock im Vordergrund stehen. Auch das unentschlossene „Darkest Days“ ist keine große Hilfe, welches nach einer ruhigen ersten Hälfte in Herz zerreißendes Forte ausbricht. Erst mit „Nothing“ offenbart sich dann, dass die Härte der Lieder nur ein Deckmantel für die Romantiker ist, die ähnlich Evanescence ihre Botschaften und Melodien im Vordergrund sehen.

Diese Emanzipierung vom eigenen Genre geht so weit, dass das Album sogar in Rocksphären von Hoobastank abrutscht („Start“ und „The Look“). Ja, man möchte mit zunehmender Spielzeit sogar meinen, dass die Vorbilder der Österreicher eher Jimmy Eat World sind, als Bands, die sich sonst mit so finsterem Artwork schmücken. Tracks wie „Underground“ wirken fast wie Ausnahmen, wenn das Album im letzten Drittel nicht wieder auf die harte Schiene wechseln würde. Und plötzlich wirkt der Rock auch so, wie man ihn sich wieder vorstellt. Melodiös, aber unbestreitbar hart in seiner Natur. „Truth“ und „Undergrund“ sind diese mysteriösen Momente, die das Cover versprochen hat. Endlich kann das Buch (oder eben die CD) nach ihrem Umschlag bewertet werden.

Der Umschwung zur Mitte des Albums hin wird nicht jedem schmecken und erstickt sich auch etwas in Konventionen. Trotzdem bleiben genug Songs übrig, die den Romantikern unter allen Rockfans mit Pop-Aversion Freude bereiten dürften. Die wirklich eigenen Melodien für die man die Band in Erinnerung behalten wird fehlen zwar noch, doch der Grundstein ist unterhaltend und dürfte über den Rest der kalten Monate bis in den Frühling reichen.

Anspieltipps:

  • Poison
  • Truth
  • The Look

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