Ulrich Schnauss - Underrated Silence - Cover
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Ulrich Schnauss Underrated Silence


  • Label: Bureau B/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In der großflächig stagnierenden Ambient-Landschaft ist Ulrich Schnauss nicht nur handwerklich eine Klasse für sich.

Mit Ulrich Schnauss und Mark Peters tun sich Keyboarder sowie der Bassist, Gitarrist und Songwriter der Band Engineers als Duo für ein gemeinsames Album zusammen. Wie schon die drei Soloalben von Ulrich Schnauss, welcher als gefragter Remixer u. a. für Depeche Mode und Mojave 3 tätig war, besteht auch „Underrated Silence“ aus höchst atmosphärischen, elektronischen Landschaften im Geiste von Shoegaze und frühen Krautrock/Ambient-Steilvorlagen. Musik für wohlig einsame Stunden und vor allem beim Genuss über Kopfhörer der Soundtrack in eine nach eigenen Vorlieben gestaltete Welt voller Wonne.

Prägnant eröffnen dicht ineinander gewobene Gitarrensounds und flächige Klänge aus dem Synthesizer mit „The Messiah Is Falling“ das Album. Ohne Umschweife regiert eine gewisse Schwerelosigkeit und von zarten Harmonien immer wieder auf den Punkt gebrachte Dramaturgie, die das gesamte Werk über für Faszination sorgt, schnell ins Ohr geht und trotzdem genügend Potential für mehrschichtige Entdeckungen liefert. „Forgotten“ ist dank seines engelsgleichen Gesangs auf eine subtile Weise nahezu schon Pop, zündet durch seinen geerdeten Basslauf und wird vom folgenden „Yesterday Didn‘t Exist“ quasi im Vorbeigehen übertrumpft, wenn dort Percussions, Glockenspiel und die mit Effekten hervorgehobene Gitarre das Abgleiten in eine dunkle, doch keinesfalls schauderhafte Welt begünstigen. Trotz des anhaltenden Tempos und nur wenig variierender Rhythmen vermag es der Longplayer „Underrated Silence“ große Spannung zu vermitteln.

Besonders die breit gefächerte Instrumentierung dient der fließenden Sogkraft, wenn sich akustische wie elektrische Gitarren, Synthesizer, Percussions, den Melodien untergeordnete Beats und das erhabene Klavierspiel von Ulrich Schnauss die Hände reichen, um doch vor allem das Herz und die gebeutelte Seele auf sehnsüchtiger Wärme zu betten. Wenn man sich zum letzten Drittel der Platte dabei erwischt, eine gewisse Gleichförmigkeit zu spüren, der letzte Gedanke manchmal nicht zu Ende gedacht scheint, dann kommt „Gift Horse‘s Mouth“ durch Dance-Anleihen und pulsierende Beats genau zur richtigen Zeit und dient als weiteres Beispiel für die Songwriting-Künste der beiden erfahrenen Musiker. In der großflächig stagnierenden Ambient-Landschaft sind Ulrich Schnauss und Mark Peters damit nicht nur handwerklich eine Klasse für sich, sondern auch emotional überaus nahbar einschmeichelnd.

Anspieltipps:

  • The Messiah Is Falling
  • Forgotten
  • The Child Or The Pigeon
  • Gift Horse‘s Mouth

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