Ladyhawke - Anxiety - Cover
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Ladyhawke Anxiety


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ladyhawke hat ihr erstes Werk nicht kopiert, sondern weiterentwickelt und mit Nineties-Gitarrensound auf die nächste Stufe gehoben.

Die Neuseeländerin Pipa Brown tauchte vor vier Jahren aus dem Nichts auf: Ihr Debütalbum „Ladyhawke“chartete sehr erfolgreich und bestach mit lupenreinem 80er Jahre Pop, der spätestens bei dem Hit „Back of the van“ jeden Radiohörer nicht mehr losließ. Nach endlosen weltweiten Tourneen brauchte die Musikerin eine Pause und Zeit, um das schwierige zweite Werk aufzunehmen. Der Erfolgsdruck und ein leichtes Burnout verzögerten das Gelingen zunächst.

Zusammen mit dem Produzenten Pascal Gabriel komponierte dann die mittlerweile 32jährige Sängerin alle zehn Songs und beeindruckt mit einem neuen Sound, der aber die alten Klänge nicht verleugnet. In früheren Bands agierte Brown an der Gitarre und so verwundert es nicht, dass sie nach ihrem Keyboard-dominierten Debüt nun zusätzlich den verzerrten 90er Jahre Gitarrenklängen frönt. Zusammen ist das eine interessante Kombination und sofort nehmen einen die verzerrte Gitarre, verdammt eingängige Melodien und die gute, warme und melancholische Stimme gefangen. Es gibt stampfende Rhythmen oder rockige Popmusik, die auch sehr oft starke Emotionen preisgibt, man höre „Anxiety“ oder „Cellophane“.

Die Texte der Songwriterin spiegeln viele Selbstzweifel und negative Gefühle wieder, die CD war wie so oft im Musikbusiness eine einzige Therapiesitzung. Eine äußerst gelungene, denn erstens ist die Künstlerin zufrieden mit dem Ergebnis und zweitens sind alle Songs absolut radiotauglich und von hoher Qualität. Es gibt einfach keine Stelle, wo man nicht mit wippen und tanzen will oder die Musik einen emotional gefangen nimmt.

Diese zehn Songs illustrieren das große Talent der Phillipa Margaret Brown, die wirklich ihre Vorgabe erreichte: Sie hat ihr erstes Werk nicht kopiert, sondern weiterentwickelt und mit 90er-Jahre-Gitarrensound auf die nächste Stufe gehoben. Wenn Keyboard-Popmusik und Rockiges eine derart faszinierende Einheit bilden, muss man den Hut ziehen, weil Ladyhawke das so locker beherrscht und ein zweites Album vorlegt, das aufgrund der Qualität die Konkurrenz neidisch machen dürfte.

Anspieltipps:

  • Black White & Blue
  • The Quick & The Dead
  • Cellophane
  • Vaccine

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