Maribel - Reveries - Cover
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Maribel Reveries


  • Label: Voices Music & Entertainement
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gemma Ray hat vorgemacht, wie man Retro-Psychedelic-Rock aus den 60ern richtig gut neu auflegt. Natürlich handelt es sich mal wieder um Spartenmusik und viele Leser denken „Gemma Wer?“. Kenner und Fortgeschrittene des Genres frohlocken jedoch bei der Musik der Frau mit der verwegenen Stimme. Auf derselben Schiene versuchen nun Maribel ihr Glück und gewinnen nebenbei den Preis für „Best Misleading Cover of the Month“. Die Marylin-Monroe-Pose auf dem Cover lässt nämlich vieles erwarten, aber nicht die verwaschenen Sounds der folgenden 40 Minuten, die an verregnete Noir-Geschichten erinnert.

Maribel legen mit „Falling Down The Stairs“ gleich richtig los und schießen artig übers Ziel hinaus. Die gedachte Big Band zu Beginn erdrückt den Sound und zusammen mit den Gitarren in Motown-Manier entsteht ein Soundgulasch, der kein Oben und/oder Unten erkennen lässt. Recht schnell fängt die Band sich allerdings und findet mit „Pretty Nights“ oder „Jezebel Jive“ die richtigen Klänge. Verführerisch und aufreibend zugleich präsentieren sich die Melodien. Minimalistisch von der Klangabfolge her, aber immer mit drückenden Atmosphäre-Sounds, die einen nie aus ihrem Bann lassen.

Dieses eine Rezept ziehen Maribel engstirnig durch und auch wenn man sich gerade in die Natur des Albums eingehört hat, verliert sie aber auch schnell wieder ihren Reiz. Sobald es Klick macht und der Schalter umgelegt wurde, kommen einem die Arrangements gleichmäßig vor und bieten nur noch wenige Überraschungen. Dem Stil ist dabei geschuldet, dass es nicht Melodien sind, die „Reveries“ ausmachen. Eine Band wie Joycehotel hat damals ihre dunkle Moll-Musik damit perfektioniert, dass ihr Stil in alle Richtungen von Tempo und Stimmung vordrang, wogegen Maribel sich darauf ausruht die verstörenden Klänge des psychedelischen Indie-Retro-Rocks immer wieder aus derselben Perspektive zu präsentieren. So gehen die netten Details der einzelnen Lieder in einem Brei unter, der sehr viel mehr hätte sein können. Wer wissen will, wie viel mehr drin gewesen wäre, der hört am besten in Gemma Ray rein.

Anspieltipps:

  • Pretty Nights
  • Perfumed
  • Jezebel Jive

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