Susanne Blech - Triumph Der Maschine - Cover
Große Ansicht

Susanne Blech Triumph Der Maschine


  • Label: Z-Muzic/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
2/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Text-Minimalismus trifft auf Viervierteltakt-Gameboy.

„Nein, Mann“ möchte man den kulturellen Tod der Peergruppe 20- bis 30-Jähriger zitieren, wenn Susanne Blech sich einreden, dass man die berühmten Worte von Laserkraft 3D auf hochdeutsch und pseudo-intellektuell zum Besten geben müsste. Im Gegensatz zu Deichkind, die sich immer mit einem Augenzwinkern geben, strahlt uns ein Quintett an Hipster-Geist an und will uns auf die individuelle Seite des Mainstreams ziehen.

Text-Minimalismus trifft auf Viervierteltakt-Gameboy. So einfach ist der Opener „Woher Kommt Das Adrenalin?“ beschrieben. Ein fragmentierter Text, der den schlechten Rammstein-Momenten gleichkommt zusammen mit leicht tanzbaren, unkomplizierten Melodien aus dem MP3-Player. Böse Zungen nennen so etwas zu Recht Plastik-Pop. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll mit der Kritik. Der gewollt schlechte Gesang, der keinerlei Volumen hat, sondern der halb geschrien Parolen raushaut wie die Zeitungen mit den großen Buchstaben.

Der Triumph der Maschine – so der Titel des Albums – findet hier auf ganzer Linie statt. Die einzigen nennenswerten Leistungen bringt hier die Technik. Gut zu wissen, dass man so deftige Beats basteln kann, die Susanne Blech gelangweilt aneinander klatschen. Sinnlos die Arme hierzu im Club heben ist zwar möglich, aber die leer vor sich hin plätschernden Stücke mit Durchfall-Texten bieten sich eher für die ungeliebten Rausschmeißerstunden an. Aber bei Laserkraft 3D hat es ja auch gereicht.

Stilistisch passiert nichts und so wird die Parolenschlacht schnell langweilig, wobei auch mehrere Gäste nichts daran ändern. Der Gesang bleibt auf Kinderreim-Niveau und lässt selbst in der Kritik stehende Rapper wie Bushido als Hardcore-Rap-Fetischisten dastehen. Immerhin ein Genre, dass von dieser lieblosen Liaison profitieren kann. Nach über 40 Minuten „Metastasen“ für die Ohren, die weder frisch noch fesch sind kann man wirklich nur sagen: „Nein, Mann!“

Anspieltipps:

  • Metastasen
  • Vietnam, DANCE!
  • I Love Wagner

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
Diskutiere über „Susanne Blech“
comments powered by Disqus