Paul McCartney - Kisses On The Bottom - Cover
Große Ansicht

Paul McCartney Kisses On The Bottom


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem Ganzen fehlt der letzte Pfiff, der aus diesem doch sehr privaten Werk ein spritziges Feuerwerk hätte werden lassen können.

Im betagten Alter von fast 70 Jahren legt Ex-Beatle Paul McCartney weiterhin eine schier unheimliche Arbeitswut an den Tag und lässt dem vor gerade einmal fünf Monaten erschienenen Klassik-Werk „Ocean’s Kingdom” (09/2011) mit „Kisses On The Bottom“ bereits das nächste Album folgen. Auch darauf wagt Paul McCartney wieder einen Ausflug in scheinbar fremde musikalische Welten fernab der Popmusik, nämlich zu solchen Songs, mit denen Klein-Paule in den 50er Jahren aufwuchs und die sein späteres Kompositionstalent beeinflusst haben. Und damit willkommen in der Welt des Jazz, Blues und Swing!

„Kisses On The Bottom“ entstand im Laufe des Jahres 2011 in Aufnahmetempeln in Los Angeles (Capitol Studios), New York (Avatar Studios) und London (Abbey Road Studios). Für die Aufnahmen holte sich Paul McCartney prominente Genre-Unterstützung mit dem 75jährigen Produzenten Tommy LiPuma (Al Jarreau, Miles Davis, Natalie Cole, Barbra Streisand) sowie der Jazzpianistin Diana Krall (47) und ihrer Band. Als Gäste begrüßt McCartney zudem Eric Clapton (Gitarre) und Stevie Wonder (Mundharmonika), die auf den einzigen beiden Eigenkompositionen „My Valentine“ und „Only our hearts“ zu hören sind. Die übrigen 12 Songs sind ausgewählte Coverversionen amerikanischer Komponisten wie Irving Berlin, Harold Arlen, Cole Porter und Frank Loesser.

Aufgenommen wurde von den hochkarätigen Musikern live im Studio. Doch wer das Booklet von „Kisses On The Bottom“ studiert, wird feststellen, dass Paul McCartney zum ersten Mal in seiner Karriere ausschließlich singt und kein einziges Instrument bedient. Und hier beginnt auch die Problematik dieses Albums: McCartneys deutlich schwächer gewordene Stimme passt nicht wirklich gut zu den Songs und ihren jazzig-swingenden Strukturen. Sie klingt betont weichgespült und wurde im Studio eventuell sogar nachbearbeitet.

Darüber hinaus ist die Songauswahl zu seicht und auf Dauer ermüdend. Da können die beteiligten Musiker noch so gut sein – Langeweile können auch sie nicht verhindern. So plätschert das Werk bereits nach wenigen Songs ereignisarm vor sich hin, was wirklich schade ist, denn einen Fehler hat Paul McCartney nicht begangen: Er hat sich nicht die üblichen Verdächtigen des Genres herausgepickt, sondern durchaus Obskuritäten. Nur fehlt dem Ganzen der letzte Pfiff, der aus diesem doch sehr privaten Werk ein spritziges Feuerwerk hätte werden lassen können.

Anspieltipps:

  • My Valentine
  • Ac-cent-tchu-ate the positive
  • I’m gonna sit right down and write myself a letter

Dieser Artikel ging am um 15:04 Uhr online.
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Paul McCartney“
comments powered by Disqus

Einfach losschreiben!

X

Ergebnisse: