Metallica - Beyond Magnetic EP - Cover
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Metallica Beyond Magnetic EP


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 29 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Lange Zeit ihrer Karriere gingen Metallica treu nach dem Motto vor: „Alle Songs, die im Studio aufgenommen werden, landen auch auf einem Album“. Erst viel später merkten die verantwortlichen Komponisten James Hetfield und Lars Ulrich, dass es unter Umständen besser ist, nicht jedes zusammengebastelte Riffmonster auf die Öffentlichkeit loszulassen. So blieben zum Beispiel aus den „Death Magnetic“-Sessions (2007/2008) vier Stücke übrig, die eh nur dann auf das Werk gepasst hätten, wenn sich die Band damals zu einem Doppelalbum entschlossen hätte. Aber das wäre als Quasi-Comeback nach dem zwiespältig aufgenommenen „St. Anger“ (06/2003) eindeutig zu viel des Guten gewesen.

So beschränkten sich Metallica bei „Death Magnetic“ auf zehn Songs, denen die Band in den vergangenen Jahren immerhin vier EPs mit jeder Menge Live-Material sowie ein noch feindseliger als „St. Anger“ aufgenommenes Projekt mit Rock-Opa Lou Reed (69) namens „Lulu“ (10/2011) folgen ließen. Dass Metallica im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum oder auch den 20. Jahrestag des „Black Albums“ zu feiern hatten, wurde dagegen nicht wirklich an die große Glocke gehängt. Viel lieber zog das Quartett mit den „Big 4“ des Thrash Metal (neben Metallica sind dies Slayer, Anthrax und Megadeth) live um die Welt und nahm ganz langsam die Vorproduktion eines neuen Studioalbums in Angriff.

Im Sommer geht es mit dem „Black Album“ (08/1991) auf Tournee, doch vorher haben Metallica noch ein Geschenk für ihre Fans. Auf „Beyond Magnetic“ werden die vier Songs zugänglich gemacht, die bei den damaligen „Death Magnetic“-Sessions auf der Strecke geblieben sind – und zwar als unbearbeitete Rough Mixes. Doch auch wenn der Preis für das Vier-Song-Set für Metallica untypisch sehr fanfreundlich ausgefallen ist, hätte eine Nachbearbeitung im Studio durchaus Sinn ergeben, um den Zwilling auf dasselbe Klangniveau wie „Death Magnetic“ zu heben, auch wenn das Mutteralbum selbst sehr rau und ungehobelt klingt.

Sei’s drum. So oder so lässt sich den Songs ihre Entstehungsphase deutlich anhören. Mit im Schnitt sieben Minuten Spielzeit sind „Hate train“, „Just a bullet away“, „Hell and back“ sowie „Rebel of Babylon“ räudige Abrissbirnen, die mit markant-vertrackten Riffing und dezenter Melodiösität um das Ohr des Hörers buhlen. Von Ausschussware zu sprechen wäre deshalb falsch, da jeder der Tracks auch auf „Death Magnetic“ eine gute Figur gemacht hätte. So besticht der Opener „Hate train“ u.a. durch Breaks, Tempowechsel und einem zwischendurch singenden (!) und nicht nur keifenden James Hetfield, während „Just a bullet away“ eine knatternde Riffsalve nach der anderen abfeuert. Will heißen: Wer mit „Death Magnetic“ etwas anfangen konnte, wird auch von „Beyond Magnetic“ nicht enttäuscht sein.

Anspieltipps:

  • ebel of Babylon
  • Just a bullet away

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