Nolwenn Leroy - Bretonne - Cover
Große Ansicht

Nolwenn Leroy Bretonne


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem das europäische und dabei ganz besonders das deutsche Publikum in den vergangenen rund 1½ Jahren von der französischen Sängerin Zaz (31) verzaubert wurde, steht mit der 29jährigen Nolwenn Leroy schon der nächste Star aus unserem Nachbarland in den Startlöchern, um es ihrer Landsfrau gleichzutun. Dabei ist Nolwenn Leroy alles andere als eine Newcomerin.

Als Siegerin der 2002er Staffel der TV-Castingshow „Star Academy“ brachte sie im Jahr 2003 ihr Debütalbum „Nolwenn“ auf den Markt, das den ersten Platz der französischen LP-Charts stürmte und Doppelplatin für mehr als 600.000 verkaufte Einheiten erhielt. Auch ihr Zweitwerk „Histoires Naturelles“ (2005) schnitt mit einem dritten Platz in den Charts und über 400.000 verkauften Einheiten sehr gut ab. Es folgte mit „Le Cheshire Cat & Moi“ ein rein akustisches Projektwerk, das sich schon aufgrund des fehlenden Gesangs nicht so gut verkaufte.

Doch mit dem Ende 2010 in Frankreich auf den Markt gebrachten „Bretonne“ wendete sich das Blatt wieder. Platz eins in den Charts und rund 800.000 verkauften Einheiten sprechen eine deutliche Sprache. Und zwar so sehr, dass nun auch der deutsche Markt geknackt werden soll. Denn auch wenn Alben wie „Le Cheshire Cat & Moi“ zeigen, dass der kommerzielle Gedanke bei Nolwenn Leroy nicht an erster Stelle steht, geht von der Musik der studierten Juristin ein besonderes Flair aus, das auch auf „Bretonne“ zu hören ist und mit gewöhnlicher Popmusik nichts zu tun hat.

Auf „Bretonne“ mischt die 29-Jährige Lieder in Bretonisch, Gälisch, Französisch und Englisch und klingt dabei ein bisschen nach Blackmore’s Night, The Corrs und Enya, gemischt mit einer leichten Prise Tori Amos. Das Grundgerüst des Albums besteht dabei aus diversen Traditionals wie „Tri Martolod“, „Suite Sudarmoricaine“, „Siuil A Run“ oder auch „Scarborough Fair“, die mit authentischer Instrumentierung wie Harfe und Akkordeon („Mna Ha H-Eireann“), Geige und Flöte („Dans Les Prisons De Nantes“) oder auch Piano und Dudelsack („Le Bagad De Lann-Bihoué“) dargeboten werden.

Daraus resultiert ein stimmiges Werk abseits der üblichen Mainstreampfade, das Folk, Pop und traditionelle Elemente mit einer entwaffnenden Leichtigkeit kombiniert, ohne dass dies auch nur ansatzweise aufgesetzt oder konstruiert klingt. Mit „Brest“ findet sich sogar ein radiotauglicher Song, der dafür sorgen könnte, dass „Bretonne“ mehr wird als ein Werk für den überschaubaren Kreis von Liebhabern des französischen Kulturguts. Deshalb: Einfach mal die Ohren offenhalten!

Anspieltipps:

  • Brest
  • Greensleeves
  • Bro Gozh Va Zadoù
  • Rentrer En Bretagne
  • La Jument De Michao
  • Le Bagad De Lann-Bihoué

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
7/10

Pleasure
  • 2017    
Diskutiere über „Nolwenn Leroy“
comments powered by Disqus