RPWL - Beyond Man And Time - Cover
Große Ansicht

RPWL Beyond Man And Time


  • Label: Gentle Art Of Music
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stärke des Albums beschränkt sich auf das Handwerk.

„RPWL sind zurück“. 12 Jahre nach der Gründung sind die Freisinger nach Eigenaussage bereit, Texte und musikalische Arrangements zu bringen, die nicht einfach ins Ohr gehen. Die fünf Bayern wollen aufreiben, den Hörer fordern und zitieren auf ihrem ersten Konzeptalbum „Beyond Mand And Time“ Prog-Rock-Größen wie Porcupine Tree und Pink Floyd. Diese Veränderung ist vielleicht auch dadurch geschuldet, dass aus RPWL nur noch das W (Gitarrist Karlheinz Wallner) und das L (Keyboarder und Sänger Yogi Lang) Teil der aktuellen Besetzung sind. Denn besonders die ausschweifenden Synthie-Passagen des Keyboards sind ein Schlüsselelement des ausufernden Klangausfluges der Band.

Mit viel grundlegender Philosophie wollen die Neu-Prog-Rocker den Geist der Hörer aufmischen. Dass dabei auch die Musik einen ausschweifenderen Stil übernimmt, erklärt sich fast von selbst. Nach dem sphärischen Opener „Transformed“ erschlägt „We Are What We Are (The Keeper)“ unvorbereitete Hörer gleich mit seinen gut neun Minuten Spieldauer. Lange Instrumental-Abschnitte, die mit 90er-Gitarrensoli und nicht minder alten Keyboardsoli nahezu überborden empfangen den Hörer in einer vergangenen Dekade der Musik. Der Gesang erinnert dabei stark an Porcupine-Tree-Frontmann Steven Wilson. Erstaunlich ist hierbei, wie „We Are What We Are (The Keeper)“ an Dynamik im Song zulegt und wieder verliert. Die Dynamik klassischen Prog-Rocks hat das deutsche Quintett raus.

Die guten Seiten des Albums überwiegen natürlich und so muss besonders die Gitarrenarbeit hervorgehoben werden, die von Pop-Wänden („Unchain The Earth“) über kalten Prog („We Are What We Are“) so ziemlich alles liefern, egal ob akustisch oder E-Gitarre. Was aber natürlich die Gemüter spaltet ist der altmodische Ansatz der Synthesizer und des Keyboards. Nur Fans der alten Stunde werden sich noch um ein Lächeln bemühen, wenn sie diese Melodien hören, wogegen man den Space-Rock gerne revolutioniert sehen würde. Ohne einen – unberechtigten – Vergleich zwischen RPWL und The Mrs Volta zu ziehen, haben die Texaner es zumindest geschafft, ihr Gequietsche modern klingen zu lassen.

So beschränkt sich die Stärke des Albums auf das Handwerk. Die Nachbildung bekannter Prog-Rock-Sounds gelingt, kann aber kaum durch Eigenständigkeit punkten. Zwar gibt es erstaunlich viele Melodien, die auch im Ohr bleiben, aber ständige Querverweise zu den Vorbildern machen es schwer die Lieder als RPWL-Stücke in Erinnerung zu behalten. Besonders um das Zentrum des Albums ist es schade, da „The Ugliest Man In The World“ mit einigen richtig knackigen Gitarrenwänden zeigt, dass die Band in den großen Ligen mithalten könnte. So verschwimmt alles zu einer großen Fingerübung, die Space-Rock auf altbekannte Weise verbindet. Ein gutes Stück Musik, das in den selben Gewässern schwimmt wie seine Vorreiter, aber mit Identitätsschwierigkeiten zu kämpfen hat.

Anspieltipps:

  • The Ugliest Man In The World
  • We Are What We Are
  • The Road Of Creation

Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
7.5/10

Is This The Life We Really Want?
  • 2017    
6.5/10

The Lover, The Stars & The Citadel
  • 2016    
7.5/10

Stand Up (The Elevated Edition)
  • 2016    
Diskutiere über „RPWL“
comments powered by Disqus