Ed Sheeran - + - Cover
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Ed Sheeran +


  • Label: Asylum/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gelungenes Debüt mit einer Mischung aus hitverdächtigen und angenehm ruhigen Songs.

Ed Sheeran ist erst 20 Jahre alt. Das muss man im Hinterkopf haben und dem gebürtigen Briten zugutehalten, wenn man sich sein Album „+“ anhört, das hierzulande mit einiger Verspätung auf dem Markt kommt. Was in England bereits im Juli vergangenen Jahres als Sommerhit und voller Erfolg galt, entwickelte sich nach einer Weile auch bei uns zu einem Dauerbrenner: Der Song „The A-Team“ wurde im Radio rauf und runter gespielt und der Name Ed Sheeran zu einem Begriff. Der Sänger mit der klaren Stimme, der eine ruhige Ballade, voll sanfter Gitarrentöne und einer eingängigen Melodie erschaffen hatte.

Auf dem Debütalbum des Rotschopfs gibt es nun Nachschlag: Elf weitere, tatsächlich selbstgeschriebene Songs, denen es an Authentizität so gar nicht mangelt: Sie handeln genau von den Dingen, die einen 20-Jährigen wohl am meisten beschäftigen. Von der ersten großen Liebe, von großen Gefühlen, von der Enttäuschung, die sie manchmal mit sich bringen. Und von einem Thema, das Ed Sheeran sehr wichtig zu sein scheint – dem Alkohol. Während bereits das zweite Lied „Drunk“ gleich im Titel verrät, was der Text verspricht: „I'll be drunk again, to feel a little love“, handeln auch viele der anderen Lieder vom vermeintlichen Lieblingsgetränk der Engländer. Wer in „Give me love“ und „Wake me up“ Liebeserklärungen vermutet, hat weit gefehlt. Stattdessen singt Ed Sheeran in klarer Stimme: „Maybe tonight I'll call you after my blood turns into alcohol“ und „You drink as much as me and I get drunk a lot“.

Übel nehmen kann man dem jungen Briten seine Lyrics jedoch nicht, denn das Album ist klanglich und gesanglich absolut rund und strahlt trotz einiger schneller Songs etwas Beruhigendes aus. Teils in Anlehnung an die erste Single, teils in ganz anderem Stil, ertönen die sanften Klänge der sehr zurückhaltenden Instrumente. Ed Sheeran überzeugt zwar auch an der Gitarre, vor allem aber durch seinen Gesang. Und wenn dieser mal nicht gewohnt ruhig ausfällt, enthält er deutlich die Spuren eines anderen Solokünstlers. Die Lieder, die etwas flotter daherkommen enthalten fast durchgängig Reggae- und Rap-Elemente im Stil von Jason Mraz.

Das ist auch der Fall in „You Need me, I don't need you“, der zweiten Singleauskoppelung in Großbritannien. So überraschend das nach der ruhigen, ersten Single auch sein mag, Ed Sheeran macht seine Sache gut. Seine schnellen, rhytmischen Geschichten klingen den Hits von Jason Mraz zwar zum verwechseln ähnlich, stehen diesen jedoch in nichts nach. Mit „A-Team“ ist dem jungen Musiker jedoch nicht nur der Durchbruch in Europa gelungen, er hat die Messlatte für sich selbst auch ganz schön hoch gehängt.

Die erste Single ging ins Ohr, weckte das Interesse am Künstler und schürte große Hoffnungen in weitere Werke dieser Klasse. Diesen Erwartungen kann das Album leider nicht gänzlich gerecht werden. Trotzdem ist es durchaus ein gelungenes Debüt mit einer Mischung aus hitverdächtigen und angenehm ruhigen Songs und einem netten Booklet, das sogar den Luxus von abgedruckten Songtexten und Bonusmaterial bietet. Und irgendwie erzeugt das Ganze doch, was auch schon die erste Single schaffte: man bekommt Lust auf mehr.

Anspieltipps:

  • The A-Team
  • Drunk
  • Lego House
  • You Need Me, I Don't Need You

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