Blakvise - Firmament - Cover
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Blakvise Firmament


  • Label: Intono Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die schlimme Zeit der Neunziger und des beginnenden Jahrtausends sind vorbei. Es ist gerade mal zehn Jahre her, dass man deutsche Bands egal welchen Genres an der Produktion ausmachen konnte. Inzwischen haben die Menschen an den Instrumenten genauso dazu gelernt, wie die Produzenten und so muss man bei Blakvise schon darauf aufmerksam machen, dass die Jungs aus Hannover und Soltau kommen. Jochen Gros (Gesang, Gitarre, Klavier), Dennis Schruhl (Gitarre, Effekte), Markus Frank (Bass, Gesang) und Arne Grosser (Schlagzeug) wollen nach ihrer 2010er EP endlich mit ihrem Debüt „Firmament“ durchstarten.

Anstatt der Varietät, die sie auf der EP bewiesen, muss jetzt allerdings eine Handschrift her, die die Band auszeichnet. Das gelingt aber noch nicht. Der Auftakt mit „Escape“ ist ein Fest an Post-Rock, der die Kompromisse von Bullet For My Valentine wie ein Pop-Projekt aussehen lassen. Das Versprechen auf richtig harten, aber doch melodiösen Rock hält den Hörer nur drei Lieder lang an der Stange. Nach all dem Shouting und den immer noch harten Refrains kommt aus dem Nichts „We Walk Along“. Die erste von zwei Schmuserocknummern, die so gar nicht ins Bild passen wollen.

Diese beiden Ausrutscher sind aber zu vergeben, da die Gruppe aus Hannover sonst das Beste aus Shout oder „normalem“ Rock macht. Gleich „A Promise From Older Days“ zeigt schon, dass es auch nahezu ohne Shouting geht und wenn es dann kommt, passt es und dreht die Schlagzahl gediegen hoch. Für jedes so verspielt melodische Stück wie der eben genannte Song gibt es dann wieder unbarmherzige Rocker (z.B. „Lost Into Yourself“). Sogar Prgressive-Fans werden mit „The Warmth“ und dem überlangen „Bitter End“ gut unterhalten und dürfen in Klangsphären eintauchen, für die man heutzutage sonst schon mal Porcupine Tree benötigt.

„Firmament“ kann sich durchaus sehen lassen und wirkt viel abgeklärter, als man es von einem Debüt erwartet. Dazu kommt die erwartete Energie eines Erstlings. So einfach kann es gehen und schon macht man sich einen Namen. Fehler lässt das Album kaum zu und wie es so schön in „Future Kid“ heißt: „Everything is under control!“

Anspieltipps:

  • Future Kid
  • The Warmth
  • A Promise From Older Days

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