David Bowie - The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars - Cover
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David Bowie The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars


  • Label: RCA/SONY
  • Laufzeit: 38 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

David Bowie schuf mit Ziggy Stardust eine Ikone der Popkultur.

Waren Marc Bolan von T.Rex und Gary Glitter die beiden Künstler, die Glam-Rock zu Beginn der 1970er-Jahre als musikalisches Gerne einführten , war „Ziggy Stardust“ von David Bowie sicherlich das entscheidende Album, das dieser neuen Spielart des Rock kurz darauf zum weltweiten Durchbruch verhalf. Bowie erschuf mit der Kunstfigur Ziggy Stardust eine Ikone der Popkultur und –ästhestik, die in der Folgezeit eine Vielzahl von Künstlern und musikalischen Strömungen geprägt und inspiriert hat: von den neuen Elementen wie Rhythmusbetonung und Keyboard-Einsatz im britischen Rock der 70er-Jahre (siehe Roxy Music, Elton John, Slade) bis zum neuartigen Verständnis der Geschlechterrollen (Androgynie) vieler Synthie-Pop-Künstler wie etwa Annie Lennox oder Gary Numan zu Beginn der 80er-Jahre. Bowie schlüpfte in die Rolle des drogensüchtigen Alien-Rockstars Ziggy Stardust, der auf der Erde seine Botschaften von Liebe und Weltfrieden verbreiten wollte, schließlich jedoch an seinem ausschweifenden und dekadenten Lebensstil zerbricht. Parallelen zu Bowies eigenem Lebensstil zu dieser Zeit sind durchaus naheliegend und nicht zufällig (übertriebener Drogen- und Alkoholkonsum, sexuelle Offenheit etc.).

Bowie führte seine Geschichte vom gefallenen Engel zu jener Zeit mit rot gefärbten Haaren, in glitzernder Robe und androgyn geschminkt auf. Seine Musiker nannten sich „The Spiders from Mars“, angelehnt an die die fiktive Begleitband seiner marsianischen Kunstfigur. Von 1971 bis 1973 spielte Bowie mit dieser Band, die sich stets als perfekt aufeinander eingespieltes Team präsentierte und ganz entscheidend war für die (musikalische) Wahrnehmung Bowies in der Öffentlichkeit in diesen Jahren. Mit ihren treibenden, an den Rock’n’Roll der 50er angelehnten Gitarren-Klängen sowie dem Glanz und Glitzer in Sound und Optik trugen „Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ wesentlich zur weltweiten Definition von Glam Rock bei. Die Band bildeten Drummer Mick Woody Woodmansey, Bassist Trevor Bolder und schließlich der Gitarrist Mick (Ronno) Ronson, der dem Album mit seinen ausufernden Soli und knirschenden Riffs seinen Stempel am deutlichsten aufdrückte.

„Ziggy Stardust“ beginnt mit dem getragenen, langsamen Stück „Five Years“, das von einem drohenden Weltuntergang in eben jenen fünf Jahren berichtet und daher in einer bedrückenden Stimmung daherkommt. Dieser Song wurde der Öffentlichkeit bereits im November 1971 als ein erster Vorgeschmack auf das Album präsentiert. Der zweite Titel, „Soul love“, stellt einen ersten Höhepunkt dar. Stimmlich liefert Bowie hier eine der besten Leistungen ab. Er klingt mal verzweifelt und klagend, mal optimistisch und lustvoll. Inhaltlich geht es um verschiedene Arten und Deutungen von Liebe und Sexualität – zentrale Themen der Figur Ziggy Stardust. Hier ist zudem deutlich der Einfluss von Glam Rock-Pionier Marc Bolan zu hören. Eine weitere Großtat ist „Starman“, die erste Single des Albums und der bis dahin zweite Top-Ten-Hit von Bowie in seiner britischen Heimat (nach „Space Oddity“). Bowie singt hier davon, wie der Außerirdische über ein Radio zum ersten Mal Kontakt zu den Erdenbewohnern aufnimmt. „Starman“ besticht durch seinen eingängigen Refrain und die melancholische Grundstimmung. Der Song ist bis heute ein Fan-Favorit auf Bowie-Konzerten.

Ein wenig aus dem Rahmen fällt „It ain’t easy“ mit seinem ausgefallnen, mehrstimmigen Harmoniegesang. Der Song klingt – zugegebenermaßen – zunächst ungewohnt und wirkt wie eine Art Fremdkörper, fügt sich aber nach mehrmaligem Hören stimmig ins Gesamtkonzept des Albums ein. Dies ist sicherlich auch dem intensiven und prägnanten Gitarrenspiel von Ronson zu verdanken. Ronson hält sich hingegen bei „Lady Stardust“ vornehm zurück und lässt dem einprägsamen, effektvollen Klavierpart den entscheidenden Raum, der den Song dominiert. „Lady Stardust“ zählt zu den komplexesten und anspruchsvollsten Songs der gesamten Produktion. Das Titelstück „Ziggy Stardust“ erzählt aus der Perspektive der Spiders from Mars von Aufstieg und Fall der Titelfigur und zählt neben „Starman“ und „Lady Stardust“ zu den Schlüsseltracks des Albums. Die verschrobene Gitarre sowie Teile der ausgefeilten Lyrics („Making love with his ego…“, „When the kids had killed the man I had to break up the band“) gingen in die Popgeschichte ein.

David Bowie schuf mit Ziggy Stardust eine Ikone der Popkultur und mit dem dazugehörigen Album das wichtigste Werk des Glam Rock. Konzept, Ästhetik sowie die Komplexität und Finesse der Musik setzten Maßstäbe und machten Bowie als Künstler unsterblich.

Anspieltipps:

  • Starman
  • Moonage Daydream
  • Lady Studust
  • Ziggy Stardust

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