Morning Parade - Morning Parade - Cover
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Morning Parade Morning Parade


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

File under Coldplay meets Placebo: Die Newcomer Morning Parade aus dem UK feiern ihren Einstand.

Lange nichts von Placebo gehört und von Coldplay die Schnauze voll? Wie wäre es dann mit den jungen BritRock-Debütanten Morning Parade aus Harlow, Essex als Alternative? Die fünf Jungspunde haben nach mehrjähriger Reifephase und Support-Shows für The Kooks, Feeder, 30 Seconds To Mars, The Wombats und Glasvegas nicht nur einen Majorvertrag bei Parlophone Records (EMI) für ihr Debütalbum in der Tasche, sie durften ihren Erstling auch im Studio von BritPop-Ikone Damon Albarn (Blur, Gorillaz) aufnehmen und von Jason Cox (Blur, Gorillaz) sowie David Kosten (Joseph Arthur, Skin, Bat For Lashes, Iain Archer, Natalie Imbruglia) veredeln lassen.

Das riecht nicht nur nach einem großen Vertrauensvorschuss, sondern auch nach einem dicken Bündel Geld, das die EMI in Steve Sparrow (Gesang, Gitarre), Chad Thomas (Gitarre), Phil Titus (Bass), Ben Giddings (Keyboards) und Andrew Hayes (Drums) investiert hat. Und da solche Investitionen heutzutage immer weniger werden, weil sich Musik auf gewohntem Weg immer schwieriger verkaufen lässt, muss an dem Quartett aus dem nordöstlichen Vorstadtbereich Londons irgendetwas dran sein, das die klamme EMI-Gruppe in die Kasse greifen ließ. Und wenn es nur das Ausnutzen eines großen Vakuums ist, das die britische Popmusik seit einiger Zeit umgibt. Denn mit ihrem Sound könnten Morning Parade tatsächlich in eine Lücke stoßen, die der letzte Insel-Hype hinterlassen hat und von einer Band wie Coldplay alleine nicht ausgefüllt werden kann.

Morning Parade haben nicht nur ein Händchen für feine Melodien, die sich nie zu sehr in lediglich eine Genreecke sortieren lassen. Die fünf Briten schlagen ihr Klangbild auch in eine durchgehende Atmosphäre ein, die stilistische Hakenschläge zwischen Rock, Pop und einer dezenten Prise Tanzbarkeit zulässt. Damit kreieren sie ein Debütalbum wie aus einem Guss, das einige Highlights vorweisen kann (u.a. „Born alone“, „Close to your heart“, „Headlights“), aber auch in Gänze niemals den Faden verliert und sich verzettelt.

Das mag dem einen oder anderen vermutlich immer noch zu glatt sein. Doch dann ist BritPop/Rock auch nicht die richtige musikalische Anlaufstelle für denjenigen.

Anspieltipps:

  • Headlights
  • Born alone
  • Close to your heart
  • Running down the aisle

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