Rachael Yamagata - Chesapeake - Cover
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Rachael Yamagata Chesapeake


  • Label: Frankenfish Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwei Majoralben endlich der Indie-Befreiungsschlag der talentierten Sängerin und Songschreiberin.

Nachdem Rachael Yamagata (34) mit ihren ersten beiden Studioalben bereits zwei der vier Majorlabel verschlissen hat (bzw. umgekehrt), erscheint der dritte Longplayer, „Chesapeake“, der amerikanischen Singer/Songwriterin nun konsequenterweise auf ihrem eigenen Label Frankenfish Records. Damit umgeht Rachael Yamagata den üblichen Stress mit A&Rs und anderen Besserwissern der Musikindustrie, der ihre bisherigen Alben umgeben hat und verlässt sich ab sofort nur noch auf ihre Instinkte und gute Freunde wie Produzent John Alagia (Dave Matthews Band, Mandy Moore, John Mayer, Jason Mraz), der auch ihr Debütalbum „Happenstance“ (06/2004) betreute.

„Chesapeake“ entstand „mit viel Liebe und Tequila“ im Haus von John Alagia direkt am wunderschön gelegenen Chesapeake Bay (daher auch der Titel) und wuchert erneut mit herrlich ergreifenden Liedern über Liebeskummer und ähnlich tränenreiche Gemütszustände. Kein Wunder, dass die Songs der 34-Jährigen immer häufiger in US-Fernsehserien wie „Nip/Tuck“, „One Tree Hill“, „Greys Anatomy“ oder auch „How I Met Your Mother“ zum Einsatz kommen. Denn keine Sängerin leidet so schön in ihren Texten und in ihrer Musik wie Rachael Yamagata, auch wenn „Chesapeake“ diesmal ein paar richtiggehend fröhliche Melodien in petto hat („Even if I don’t“).

So wechselt die Stimmung von Song zu Song zwischen Hoffnung wie in dem akustischen Kleinod „Saturday morning“ und Trauer wie im düsteren, von Sprechgesang geprägten „Starlight“ und nimmt den Hörer mit auf eine gefühlsbetonte Reise aus ergreifenden Piano- und Streicherballaden („You won’t let me“, „I don’t want to be your mother“), Südstaaten-Blues („Stick around“, „The way it seems to go“) und sehnsüchtigen Roadsongs („Miles on a car“).

Warum die Kunst Rachael Yamagatas bisher einer breiteren Öffentlichkeit verborgen geblieben ist, gehört zu den großen Rätseln der Musikindustrie. Wo kein Hype, da kein Hit. Das scheint die traurige Erklärung zu sein. Vielleicht sollte Frau Yamagata ein bisschen Nachhilfeunterricht bei Lady Dum-Dum-Geschoss, äh, Gaga nehmen? Besser nicht!

Anspieltipps:

  • Starlight
  • Dealbreaker
  • Miles on a car
  • You won’t let me
  • Saturday morning

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