The Used - Vulnerable - Cover
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The Used Vulnerable


  • Label: Hopeless Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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10 1 4/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Vulnerable“ vermischt die diebische Freude am Experiment mit harten Rockgitarren, dezenten Hardcore-Ausbrüchen, Pop-Pathos und elektronischem Firlefanz.

Bert McCracken (Gesang, Piano, Keyboard) und seine The Used-Kumpanen Quinn Allman (Gitarre), Jeph Howard (Bass) und Dan Whitesides (Schlagzeug) steuern einer unsicheren Zukunft entgegen. Die letzten zwei Alben, „Lies For The Liars“ (05/2007) und „Artwork“ (08/2009) streiften keine einzige Edelmetall-Auszeichnung ein, die Verkäufe sind demzufolge im Vergleich zu früher kaum der Rede wert und der Deal mit Reprise, ein Sublabel des Major Warner, ist ebenfalls futsch. Wen kümmert´s, könnte man meinen. Kommerzielle Relevanz ist schließlich kein Gradmesser für Qualität. Im Falle der 2001 gegründeten, ehemaligen Post Hardcore-Hoffnung aus Orem, Utah muss man jedoch bestürzt zugeben, dass dies wohl leider zutreffend ist.

Dabei hatte der Verfasser dieser Zeilen angesichts der geradlinigeren, aber durchaus reizvollen Struktur der Tracks des Vorgängers gehofft, The Used würde noch einmal die Kurve kratzen, den Dachboden ausmisten und all das unnötige Gerümpel wegschmeißen, das zu solch kaum nachvollziehbaren Kompostionen wie „The ripper“ (zu finden auf „Lies For The Liars“) geführt hat. Pustekuchen! „Vulnerable“ setzt irgendwo zwischen den letzten beiden Alben an und vermischt die diebische Freude am Experiment mit harten Rockgitarren, dezenten Hardcore-Ausbrüchen, Pop-Pathos und elektronischem Firlefanz. Dabei entsteht zwar kein gordischer Knoten wie zwei Platten davor, aber von Konsequenz kann ebenfalls keine Rede sein.

Da kracht einerseits ein schmissiges „Come alive“ durch die Boxen, Fall Out Boy und My Chemical Romance dürfen erneut ihren hymnischen Sturm und Drang-Einfluss auf die Truppe begutachten („This fire“, „Shine“, „Give me love“) und „Now that you´re dead“ gleicht überhaupt einem unvorhergesehenen Vulkanausbruch, während Bert und seine Mannen den Hörer andererseits mit obligatorischen Singles für den kuscheligen US-Kommerzmarkt („Getting over you“, „Together burning bright“), bizarren Samplespielchen („Hands and faces“) und durchschnittlichen Jammertälern ohne Höhepunkt („Hurt no one“) quälen, sodass man am Ende nicht weiß, ob das denn jetzt im Prinzip gut oder schlecht war, was man die letzte Dreiviertelstunde aus seinem Abspielgerät vernommen hat.

Eines ist jedenfalls sicher: Ungezügelte Brandherde wie „Put me out“ oder in Mark und Bein fahrende Hooklines eines „Moving on“ machen Laune und schüren Lust auf einen Moshpit bei einem Konzertbesuch oder auf einem der anstehenden Festivals, billige Schmachtfetzen und übereifrige Experimente sollten The Used in Zukunft allerdings lieber Nickelback, Aphex Twin oder DJ Ötziüberlassen, dann könnte dieses Schiff vor dem Untergang womöglich noch zu retten sein. Aktuell droht es nämlich mit der versammelten Mannschaft auf den Grund des Meeresbodens zu sinken.

Anspieltipps:

  • Moving On
  • Put Me Out
  • I Come Alive

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