Mano De Dios - Sleep Through The Morning Light - Cover
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Mano De Dios Sleep Through The Morning Light


  • Label: Trapeze/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Name der Band Mano De Dios ist vorerst so ziemlich der einzige Hinweis darauf, dass es sich bei der Gypsy-Rock-Band um eine spanische Produktion handelt. So heißt der Frontmann Jackson Scott und ist lediglich in Sevilla aufgewachsen und Bassist Jimmy Martinez erinnert eher an Mittelamerika. Kein Wunder, kommt der Bassist doch aus Kuba. Dazu gesellt sich dann auch noch ein Mann mit Namen Sky Murph (Gitarrist, Posaunist) Roberto Ares, seines Zeichens Schlagzeuger der Truppe, hält die Flagge als Vorzeige-Spanier alleine hoch. Auch die Musik der Band ist nicht zwangsläufig als spanisch zu bezeichnen. Denn auch die Flamenco-Elemente in den Liedern lassen die Mentatlität des Nachbarlandes Italien nicht ganz verschwinden.

Vom ersten Track an geht eine Art der Musik von Mano De Dios aus, die an die „Azzuro“-Interpretation von Die Toten Hosen erinnert. Die Flamenco-Elemente stellen sich in die zweite Reihe und werden bei all dem rauchigen Gesang auch nur Nebensache bleiben. Produzent Youth nennt den ganzen Spaß Folk-Punk und das trifft es auch ganz gut. Verdreht und schnell krachen die Songs auf den Hörer ein, doch jeder der eine Band dieser Sorte schon live gesehen hat, fühlt die unsichtbare Handbremse. Fehler im Gesang oder scheinbar leere psychedelische Zwischenspiele sind Dinge, die einen Live-Auftritt solcher Gypsy-Punk-Bands erst zu etwas Besonderem machen. Auf Platte funktioniert das gewollte Chaos leider noch nicht ganz so gut.

Dagegen muss aber auch erwähnt werden, dass die Band ansonsten alles richtig macht. Die Lieder gehen ins Blut und klingen nie wie eine Kopie der vorigen Stücke. Der Ideenreichtum ist mal zielgerichteter auf den Rock eingestellt (z.B. in „Why Do We Do It?“) oder wie in „Mandinga“ auf die südeuropäischen Rhythmen der Band zugeschnitten. Das Album bricht dabei nicht allzu viele Grenzen auf und durchstöbert keine fremden Genres, sondern schafft einfach ein gutes Rockstück nach dem nächsten. Wer also keine weiten Bögen um spanische Straßensänger macht und ein wenig Feuer in seiner tanzbaren Rockmusik vermisst, dem ist mit der neuen Mano De Dios Scheibe ein richtig gutes Gegenmittel in die Hände gelegt worden. Wer ebenfalls die Live-Energie vermisst, die es nicht ganz auf den Langspieler geschafft hat, der sollte Ausschau nach der für 2012 geplanten Tour halten.

Anspieltipps:

  • Why Do We Do It?
  • Mandinga
  • Up So Late

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