Twiggy - Romantically Yours - Cover
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Twiggy Romantically Yours


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Richard Marx, Bryan Adams und Carly Lawson sich nochmal als Gäste für ein Album bequemen, dann müssen zumindest ein paar Gefühle im Spiel sein. Gefühle ist das richtige Stichwort, wenn es um Twiggys erstes Studioalbum seit zwölf Jahren handelt. Für die beruflich flexible Frau (Model, Sängerin, Schauspielerin) ist es eine Herzensangelegenheit und vielleicht auch mehr ein Geschenk an sich selbst, noch mal eine Platte aufzunehmen. Zusammen mit Jazz-Musiker und Produzent James McMillan hat sich Twiggy diesen Wunsch nun erfüllt, an dem auch andere Hörer ihren Gefallen finden sollen.

Allein, dass sich Twiggy großteils auf Jazz konzentriert zeigt, dass es sich nicht um bloße Geldmache handelt. Schließlich ist Jazz nicht unbedingt als die Geldquelle der Musikindustrie schlechthin bekannt. Vorweg kann man sagen, dass es dem früheren Top-Model nie gelingt, das Niveau der anspruchsvollen Originale von „Blue Moon“ oder „Bewitched, Bothered And Bewildered“ zu erreichen. Allein ist sie dabei allerdings nicht. Selten übernimmt ein Künstler Originale und wird dafür frenetisch gefeiert. Herz ist aber allemal dabei und sprüht nur so aus jeder Pore des Albums. Und auch wenn man nichts Neues an den Neuinterpretationen ausmachen kann, sind Momente wie „They Can't Take That Away“ ein Beweis, dass Twiggy nicht nur singen will, sondern auch kann.

Die Pop-Ausflüge (z.B. „Heaven“ mit Bryan Adams und „Seventeen“) wirken zwar nicht wie Fremdkörper auf das Album, sind jedoch klar die Schwachpunkte des Albums. Mit einer Note von Jazz irgendwie passend ins Konzept gequetscht wirken sie gestellt und ungelenk. Dass dabei ausgerechnet Twiggys sanfte Stimme alles ins Lot bringt, ist erfreulich, wie überraschend. Ansonsten manövriert sich das Album – ähnlich wie Robert Downey Jr.s einziger Output – gelungen durch das Genre, auch wenn es ohne Eigenkreationen nicht mit Überraschungen und Boni punkten kann. Allein um die musikalische Vorliebe der Sängerin und den Beweis, dass manche Menschen wirklich Alleskönner sind, ist man zuletzt reicher.

Anspieltipps:

  • Heaven
  • They Can't Take That Away
  • My Funny Valentine

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