Fat Belly - Set The Flag - Cover
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Set The Flag


  • Label: Intono Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 3 Minuten
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5/10 Unsere Wertung
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Fat Belly sind zurück, doch für die meisten sind die Hannoveraner Punks wohl immer noch Neuland. Der große Erfolg in den Charts blieb dem Niedersächsischen Fünfer bisher auch erspart, denn gerade bei Punks spricht man ja gerne schnell von Ausverkauf. Selbst NOFX mussten sich solche Vorwürfe nur selten anhören. Genau an diese erinnert das neue Album „Set The Flag“ auch – unter anderem – und so darf man sich mehr auf Melodic-Punk à la Blink 182 als auf Gesellschaftskritik und Garagen.Sound einstellen.

Der Opener „Ready 2 Rock“ ist somit ein irreführender Klotz, der ungeschickt in das poppige „Sober (Again)“ einleitet. So daneben kann man innerhalb eines Genres schon gar nicht mehr liegen, was die angenehme Nummer mit Single-Qualität allerdings wieder wett macht. Allerdings offenbart sich auch gleich die Schwäche der Band in Form des Gesangs, dem das gewisse Etwas fehlt. Dieses Problem findet in „Same Old Story, Somehow New“ ihren Höhepunkt, wenn auch die Gastsängerin nicht vollends überzeugen kann. Natürlich können diese Menschen singen, aber bei Weitem nicht so, als dass man zu große Beachtung schenken würde.

Dagegen stehen einfache, schnell ins Blut gehende Melodien, die den verspielten Rockern und Punks Spaß machen sollte, ohne jemals wirklich aggressiv zu klingen (außer im Opener). Das endet nicht selten in waschechtem Pop-Rock („Ireland's Call“ und „One For The Road“) und grenzt die Hörerschaft nicht gerade ein. So ziemlich jeder, der Rockmusik mag, kann hier etwas finden. Wer aber Besonderheiten und Einprägsames sucht, der wird bei Fat Belly nicht fündig. Die Lieder sind einfach, die Melodien gut, aber nicht allzu erinnernswürdig und für die meisten Punker wohl eh nicht hart und verrückt genug. Da hilft auch der Ausreißer „Life Behind A Glass“ nicht weiter.

Die Hannoveraner erinnern nur noch mit ihrem Aussehen und ihrem Debüt an ihr Punktum. Dagegen stehen -Songs („Forever And A Day“) und braver College-Rock („Gotta Go“), der ohne die ganz großen Melodien und wegen zu sanftem Chorus den Weg zum Mainstream-Pop-Rock ebnet. Wenn die Jungs jetzt noch die richtigen Melodien und klug eingesetzten Gesang in ihre Musik bringen, stehen ihnen die großen, aber recht unkreativen Tore der Musikwelt offen. Auf dem nächsten Album präsentieren sich Fat Belly eventuell schon wieder ganz anders und dann gucken sie peinlich berührt zu Boden, wenn sie jemand fragt, ob sie immer noch meinen: „Britpopmuckemussaufhör'n“

Anspieltipps:

  • Sober (Again)
  • Forever And A Day
  • Life Behind A Glass

Dieser Artikel ging am um 19:41 Uhr online.
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