Charlie Winston - Running Still - Cover
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Charlie Winston Running Still


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die fehlenden Hitsingles sind zu verschmerzen, da dieses Album nicht allzu schnell langweilig werden kann.

Immer wieder hört man Menschen vom schwierigen zweiten Album sprechen. Über solche Geschichten kann Charlie Winston nur schmunzeln. Schließlich hat sich beim ihm niemand nach seinem vielversprechenden Debüt „Make Way“ umgedreht. Dagegen erfuhr der Engländer mit seinem Zweitwerk „Hobo“ den großen Durchbruch (in Frankreich). Seitdem schwirren sein Lieder und auch immer öfter sein Name in Indie-Clubs herum und sind eine Marke. Mit diesem Starkapital auf den zweiten Blick hat Winston in Frankreich seit November 2011 bereits wieder die Top10 gestürmt und will seinen Siegeszug auch in Deutschland fortsetzen.

Dieses Mal geht Winston allerdings weg von seinen Indie-Folk-Hymnen „Like A Hobo“ und „In Your Hands“ und ehrt Peter Gabriel gesanglich wie strukturell. Auch wenn „Hello Alone“ noch das beruhigende Gitarrenspiel des letzten Albums zusammen mit Winstons Gesang zu einfacher Kost macht, beginnt mit „Speak To Me“ die große Peter-Gabriel-Gedächtnis-Tour. Verrückte und versetzte Synthie-Parts, Beethoven-Samples und der fast heisere Gesang, der an Gabriels Stil erinnert. Die ganz großen Hits wie „Sledgehammer“ bleiben aber aus und so ist „Running Still“ viel mehr ein Experiment, als ein leichtes Album zum Wiederhören.

Ob „Rockin' In The Suburbs“ mit Boss Hoss-Ausrastern oder die Museschen Synthies in „Making Yourself So Lonely“: Charlie Winston bedient sich auf diesem Album bei vielen Künstlern und Richtungen, was sein Album weitaus vielseitiger als den Vorgänger macht. Die fehlenden Hitsingles sind zu verschmerzen, da dieses Album nicht allzu schnell langweilig werden kann. So wie man hier von der minimalistischen Ballade („She Went Quietly“) zum Gabriel-Pop („Great Conversation“) getrieben wird, ist aller Unterhaltung wert. Und die richtige Rechtfertigung hat Winston auch gleich im Gepäck, wenn er in „Great Conversations“ singt, dass es keine neuen Ideen gäbe, sondern alles nur neu interpretiert wird. Solang es auf solchem Niveau bleibt, ist diese Aussage zumindest zulässig.

Anspieltipps:

  • Great Conversations
  • She Went Quietly
  • Speak To Me

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