Gazpacho - March Of Ghosts - Cover
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Gazpacho March Of Ghosts


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die neue Gazpacho schmeckt etwas monoton, was ihr auf Dauer nicht gut bekommt

Das Gemüsesüppchen hat den Bossen von KScope wohl ganz gut geschmeckt, haben sie die norwegische Musiktruppe Gazpacho unter Vertrag genommen und letztes Jahr sowohl das damals aktuelle Album „Missa Atropos“ wiederveröffentlicht als auch ein Livealbum („London“) als Zwischenmahlzeit herausgebracht, das jedoch klangtechnisch alles andere als Zeitgemäß ist. Nun steht eine neue Hauptmahlzeit auf dem Tisch und zwar mit veränderter Rezeptur. Sie trägt den Titel „March Of Ghosts“ und behandelt Geschichten von verstorbenen und noch lebenden Charakteren, die während einer Nacht als Geister einen Protagonisten besuchen und ihm ihre Geschichten erzählen.

Geisterhaft und geheimnisvoll ist die Atmosphäre auf dem Album, ruhig und melancholisch werden die Geschichten erzählt und nur mit wenigen wirklich rockigen Tupfern garniert. „March Of Ghosts“ konzentriert sich damit vielmehr auf die Stimmung der Musik als auf Spannung und Dynamik, wie wir sie auf „Tick Tock“ kennen gelernt haben. Das vorige Album „Missa Atropos“ hatte bereits diesen Weg eingeschlagen und präsentierte sich ruhiger und ausgeglichener, aber dafür besaß es viele Melodien, die sich nach und nach entfalteten, was „March Of Ghosts“ leider vollkommen vermissen lässt. Es bleibt fast über die ganze Spielzeit langsam, traurig und geradezu monoton. Lediglich im letzten Stück „Hell Freezes Over IV“ kommt ein wenig mehr Spannung auf, die Gitarre wird etwas lauter gedreht, das Schlagzeug darf etwas mehr scheppern und schon wird es auch melodischer und eingängiger. „Mehr davon“, möchte man den Musiker zurufen, aber leider ist genau dann das Album zu Ende.

Diese noch stärker als zuletzt nachdenkliche Musik versuchen die Norweger mit einigen dezent eingesetzten Blas- und Streichinstrumenten zu verfeinern und somit die Atmosphäre zu unterstreichen, aber auch mehr Tiefe in die Stücke zu bringen. Dies äußert sich sogar in einigen folkloristischen Klängen der keltischen Art, wie sie bei Gazpacho bis dato nicht vorgekommen sind, wie in „Hell Freezes Over II“ und vor allem „Mary Celeste“ zu hören ist. Auf diese Weise schafft es das Sextett einigen Stücken die nötigen Akzente zu verleihen und sie vor dem Versinken im totalen Art(-Rock), sprich Schönklang-Langeweile, zu retten. Trotzdem erinnert die Musik an bereits dagewesenes Liedgut der Band und das auch noch in einer um Längen weniger interessanten Ausführung als zuletzt.

Vielleicht sollten sich die Musiker nicht damit rühmen wie schnell sie dieses Album eingespielt haben und sich etwas mehr Zeit für ihre nächste Suppe nehmen, denn wir brauchen nicht nur mehr Salz in der Suppe, sondern auch mehr Pfeffer!

Anspieltipps:

  • Hell Freezes Over IV
  • Black Lily
  • Mary Celeste

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