Goatwhore - Blood For The Master - Cover
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Goatwhore Blood For The Master


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sich von einem bockigen Nischenprodukt zu einem bockigen Nischenprodukt mit Charterfolg zu wandeln, ist eine beachtliche Leistung und obwohl es 15 Jahre gedauert hat, bis Goatwhore mit „Carving Out The Eyes Of God“ (06/2009) die Billboard Charts von Platz 190 aus betrachten konnten, ist der wilde Mix aus Punk, Black, Death und Thrash Metal nach wie vor ein Unikat im Metal des 21. Jahrhunderts. Keine Truppe versteht es besser dermaßen viele Stile in gehörgerechte Häppchen zu verpacken und dabei nicht langweilig zu klingen. Gut, Easy Listening war schon immer ein Fremdwort für Ben Falgoust (Gesang), Sammy Duet (Gitarre), James Harvey (Bass) und Zack Simmons (Schlagzeug), doch mit der richtigen Einstellung erwartete den Hörer stets eine fruchtbare Symbiose aus anspruchsvollem Entertainment und intelligentem Songwriting.

Der fünfte Vorschlaghammer aus New Orleans, Louisiana hält diese Tradition mit ungebrochener Spielfreude aufrecht und erweitert das Stilpotpourri um zackige Death´n´Roll-Ausflüge, die sich anscheinend ein bisschen One Man Army And The Undead Quartet aufs Frühstücksbrot geschmiert haben. Zusammen mit einem nahrhaften Müsli aus den bisherigen Vorbildern Hellhammer, Venom, Celtic Frost und Crowbar ergibt dies eine kalorienreiche Mahlzeit, welche aus vor Trockenheit berstenden Knochen und von der Decke tropfendem Proberaumschweiß bestehend, die authentischen Züge der Ziegenhure wieder einmal hervorragend unterstreicht und mindesten 150% des empfohlenen Tagesbedarfs an zeitlosem Heavy Metal deckt.

Schleppende („In deathless tradition“) als auch ungezügelt voranpreschende Lavabrocken („Death to the architects of heaven“, „An end to nothing“, „My name is frightful among the believers“), die den lockeren Umgang mit Gegensätzlichkeiten skizzieren, sind ebenso vorhanden, wie dunkel gefärbte Death Metal-Exkurse, in denen Falgoust seine schwarze Seele peinigen darf („Judgement of the bleeding crown“). Darüber hinaus wohnt elegant betitelten Tracks wie „Parasitic scriptures of the sacred word“ nicht nur eine von der Zunge rollende Pracht, sondern auch ein massiver Groove inne, der Moshpits in Kriegsschauplätze verwandelt und einen Sog enstehen lässt, der unaufhörlich nach Mehr betteln lässt. „Blood For The Master“ ist jedoch kein neues Opus Magnum für Goatwhore oder gar die Rettung des Heavy Metal, aber ein verteufelt gutes Beispiel für handwerklich beeindruckende Qualitätsarbeit.

Anspieltipps:

  • An End To Nothing
  • Judgement Of The Bleeding Crown
  • Parasitic Scriptures Of The Sacred Word
  • My Name Is Frightful Among The Believers

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