Bleeding Through - The Great Fire - Cover
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Bleeding Through The Great Fire


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Bleeding Through waren ja noch nie bekannt dafür orientierungslos in der Gegend herum zu stehen und sich dabei beherzt am Arsch zu kratzen, aber nach „The Great Fire“ wäre eine Live-DVD über eben diese Tätigkeit wohl die bessere Alternative gewesen.

Bleeding Through waren ja noch nie bekannt dafür orientierungslos in der Gegend herum zu stehen und sich dabei beherzt am Arsch zu kratzen, aber nach „The Great Fire“ wäre eine Live-DVD über eben diese Tätigkeit wohl die bessere Alternative gewesen. Brendan Schieppati (Gesang), Brian Leppke (Gitarre), Dave Nassie (Gitarre), Ryan Wombacher (Bass), Marta Peterson (Keyboard, Piano) und Derek Youngsma (Schlagzeug, Perkussion), was habt Ihr euch nur dabei gedacht?

Okay, nach dem ersten Durchgang wirkt der 7. Longplayer aus dem Hause Bleeding Through nach einem fürchterlichen Avantgarde Metal-Mindfuck, der wohl Christopher Nolans Meisterwerk „Inception“ auf uninspirierte Art und Weise Konkurrenz machen wollte, doch nach eingehender Studie bleibt von „The Great Fire“ nicht mehr als fürchterlich uninspirierter Metal übrig. Über fehlende Abwechslung kann man sich zwar nicht beklagen, wenn allerdings transsilvanische Orgeln in ein durchschnittliches Metalcore-Korsett gepresst werden („Goodbye to death“), experimenteller Over-The-Top-Samplemasochismus mit lähmendem Klargesang und 80er Jahre Keyboards (Van Halen lässt grüßen!) nachgereicht wird („Final hours“) und Bleeding Through anschließend mit Cradle Of Filth auf bizarre Tuchfühlung gehen („Starving vultures“, „Walking dead“, „Entrenched“), dann ist irgendetwas verdammt falsch gelaufen!

Wo wollen die Kalifornier mit diesem wirren Konstrukt hin? Wieso werden generische Chöre, Soundschnipsel mit Hörspielcharakter und sonstige Effekte ohne Sinn und Verstand auf Knopfdruck in die meist rasenden Heavy Metal-Feuergefechte eingebunden? Warum bekommt man nach und nach das Gefühl einer Symphonic Black Metal-Platte zu lauschen, die sich nicht entscheiden kann, ob sie besonders schnell gespielt werden oder einfach nur billig wirken will? In „Trail of seclusion“ rauscht zudem urplötzlich eine hart rockende Gitarre um die Ecke und es werden mehrstimmige Klargesänge a la Foreigner angestimmt. Mit „The Great Fire“ bekommt das Prädikät „anstrengend“ jedenfalls eine ganz neue Bedeutung und selbst The Mars Volta klingen in ihren zerfahrensten Stunden schlüssiger als jeder Track auf der aktuellen Scheibe der Kalifornier.

Wenn Bleeding Through erreichen wollten, dass man nach dem Genuss ihrer neuesten Platte nicht weiß, ob man das eben Gehörte ausgesprochen meisterhaft oder extrem bescheiden finden soll, dann haben sie ihr Ziel erreicht. Auf der Rückseite der CD-Hülle ist jedenfalls eine ausdrückliche Warnung angebracht: „Disc 1: The Great Fire“ heißt es dort. All jene, die sich zu letzt genanntem Lager zählen, wissen dann hoffentlich was mit „Disc 2“ zu tun ist. Ein CD-Mobile im Wohnzimmer hat schließlich noch jede Inneneinrichtung verschönert!

Anspieltipps:

  • Final Hours
  • Walking Dead

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