Silverstein - Short Songs - Cover
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Silverstein Short Songs


  • Label: Hopeless Records
  • Laufzeit: 20 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Hardcore-Fan von Silverstein zu sein, ist diese Tage sicher nicht allzu einfach, schließlich sind seit der Veröffentlichung von „A Shipwreck In The Sand“ (04/2009) neben dem nachfolgenden Studioalbum „Rescue“ (04/2011) noch drei weitere Silberlinge unters Volk gebracht worden. Darunter war zwar eine Kuriosität wie das Cover-Album „Support Your Local Record Store“ (04/2011) anlässlich des Record Store Day 2011, doch mit dem ersten Live-Paket „Decade“ (06/2010) und der EP „Transitions“ (12/2010) hievten Shane Told (Gesang, Gitarre, Keyboard), Neil Boshart (Gitarre), Josh Bradford (Gitarre), Billy Hamilton (Bass) und Paul Koehler (Schlagzeug, Perkussion) zwei Platten in die Läden, die ein garantiertes Must Have für jeden Anhänger der Kanadier darstellten.

Mit „Short Songs“ heißt es also nun die insgesamt 6. Scheibe von Silverstein innerhalb von weniger als 3 Jahren (!!!) willkommen zu heißen und alles deutet auf einen mageren Schnellschuß hin. 22 Tracks in gerade einmal 20 Minuten spult die Emocore-Truppe herunter und davon sind 50% nicht einmal Eigenkompositionen. Dies bedeutet allerdings keinen Sieg der Quantität über die Qualität, sondern eine gelungene Abwechslung im mittlerweile recht eintönig gewordenen Kosmos des Fünfers. Mehr Hardcore, weniger Emo lautet die Devise und sobald „Sick as your secrets“ als donnerndes Ungetüm aus den Boxen bricht, ist sofort klar: Dies wird kein langweiliger Aufguss, sondern eine beispiellose Vorführung der in Silverstein noch schlummernder Wut und Aggression.

Natürlich dürfen bei einer maximalen Laufzeit von 90 Sekunden die obligatorischen Blaupausen für einen Song normaler Länge nicht fehlen, allerdings schüren „Brookfield“, „World on fire“ und „Sin & redemption“ ohnehin die Lust nach mehr, sodass die Kürze der Tracks wie auch bei der Mini-Ballade „Sleep around“ oder dem knackigen Kleinod „Sos“ nicht weiter ins Gewicht fallen. Überflüssiger scheinen da schon mickrige Mikrosongs wie der Einzeiler „See ya bill“, während „La marseillaise“, „My miserable life“ und „Truth & temptation“ im Gegenzug in weniger als 49 Sekunden gehörig die Sau raus lassen.

Auf der Seite der Coverversionen geht es hingegen in zackigere Punkrockgefilde mit den üblichen Verdächtigen wie NOFX („It´s my job to keep punk rock elite“), Green Day („The ballad of Wilhelm Fink“) oder den Descendants („Coffee mug“) und große Überraschungen wie den räudigen Bastard „Destination: Blood!“ (Orchid), das kratzige Biest „xOn your kneesx“ (The Swarm) oder Witziges („Quit your job“ von Chixdiggit oder die titelgebende Hymne von den Dead Kennedys) bleiben großteils aus, was bei der kurzen Spielzeit von „Short Songs“ natürlich einiges an Punkteabzug bedeutet. Nichtsdestotrotz bleibt der neueste, ähem, Longplayer von Silverstein eine frische Angelegenheit, bei der man sich nicht vom geringen Umfang abschrecken lassen sollte!

Anspieltipps:

  • SOS
  • Short Songs
  • Sleep Around
  • Quit Your Job
  • One Last Dance
  • Destination: Blood!

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