Mount Washington - Mount Washington - Cover
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Mount Washington Mount Washington


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band Washington nennt sich ab sofort Mount Washington. Veränderung ist ein Begriff, den die Norweger leben. Nicht nur ihr Name, auch ihr Wohnort hat sich verändert. Von der 70.000-Einwohner-Stadt Tromso zogen sie in die deutsche Hauptstadt Berlin. Weiterentwicklung im persönlichen und musikalischen Bereich scheint bei den Norwegern Programm. Dem Americana infizierten Debüt „A New Order Rising“ (2005) folgte 2007 der Britpop-Americana-Hybrid „Astral Sky“ und 2009 kreierten sie mit „Rouge/Noir“ ein außergewöhnliches Art-Pop-Album. Über allem schwebte immer die engelsgleiche Stimme von Rune Simonsen, der mit Andreas Hoyer und Esko Pedersen Weggefährten seit frühester Jugend an seiner Seite weiß.

Was hat nun Mount Washingtons gleichnamiges Album zu bieten? Beim ersten Hören nimmt man den hohen Anteil elektronischer Spielereien wahr, die die Erwartungshaltungen über Bord werfen, aber das ist man ja bei den Norwegern inzwischen gewöhnt, dass sie immer etwas am Klangbild verändern. Dabei suchen sie nicht verkrampft nach neuen Wegen, sondern gehen mit Neugier und Kreativität an neue Sounds heran. Die Konstante ist und bleibt die Stimme von Rune Simonsen, der auch auf diesem Album das melancholische Element der Band nicht ruhen lässt.

Der Einstieg „How Does It Feel?“ hat einen schwungvollen Electro-Groove, der zunächst mal einen harten Kontrast zu Simonsens weichen Phrasierungen bildet. Wie ein Bindeglied lässt die Stromgitarre die gegensätzlichen Elemente zerschmelzen. Ein Umstand, den „Silver Screen“ noch zu steigern weiß. Schließlich ließe sich das ganze Album auf den Nenner ‚Melancholische Melodien treffen auf Electro-Grooves‘ bringen. Oder: Mount Washington im Electroland Berlin.

Hymnisch und melodisch groovend geriet das bereits als Single veröffentlichte „Lisboa“, wogegen „A Good Run“ in gemäßigteren Gefilden wogt und wabert. „Toscana“ glitzert und strahlt als wären die Synthesizer aus den 1970ern ins Jahr 2012 geblitzt: Wolfgang Riechmanns Streetmark treffen modernen Electro-Groove. Wie sehr es Mount Washington verstehen Rhythmus und Melodie auf einen Nenner zu bringen unterstreichen „A New Year“ und „Broken Home“. „Concords“ beginnt mit simpler Rhythmusmaschine, um sogleich eine kleine wahre Indiepop-Melodie zu finden. Auf „If Ever“ spiegelt sich Rune Simonsens helle Stimme in dunkel anmutenden New Wave Klängen. Das finale „Radio Silence“ taucht wieder die Klangfarben von Simonsens Stimme in hellstes Licht.

Mount Washington sind zwar anders als die Labelkollegen L/O/N/G, verfolgen aber einen ähnlichen Ansatz, mit einem gleichfalls stimmigen Ergebnis. An dieser Stelle sei auch auf Rune Simonsens Soloprojekt Lagoonbird verwiesen: „Anniversary“ (meines Wissens nur als Vinyl erhältlich) ist ein in zärtlichen Folkfarben kreiertes Werk, das die Vielseitigkeit des Singer / Songwriters Rune Simonsen unterstreicht.

Anspieltipps:

  • Silver Screen
  • Lisboa
  • Concords
  • Radio Silence

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