Gregory Porter - Be Good - Cover
Große Ansicht

Gregory Porter Be Good


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album des sympathischen Vocal-Jazz-Hünen.

Ein Kerl wie eine deutsche Eiche, geboren in Los Angeles, Kalifornien, der eigentlich eine Karriere als Footballer in der NFL einschlagen sollte, aber von einer bösen Schulterverletzung ausgebremst und auf einen völlig anderen Lebensweg geschickt wurde. Das ist die Kurzgeschichte des Jazzsängers Gregory Porter, der im Spätsommer 2010 mit dem Album „Water“ debütierte und sogleich eine Grammy-Nominierung für das „Best Jazz Vocal Album“ einstrich. Seitdem schieben sich Blätter wie USA Today oder die New York Times die Bälle mit neuen Lobeshymnen über den sympathischen Hünen zu, der mit „Be Good“ nun seinen zweiten Longplayer vorlegt, auf den alle Verantwortlichen große Stücke halten, sodass die Veröffentlichung extra um einen Monat verschoben wurde, um am ganz großen Promotion-Rad drehen zu können.

Nachdem sich die Begeisterung über Gregory Porter bis jetzt überwiegend auf das Ausland begrenzte, wird schon nach wenigen Höraugenblicken des neuen Albums klar, warum nun auch in Deutschland das Potenzial des Sängers erkannt und in Bezug auf die Vermarktung mutigere Wege gegangen werden: Mit seinem einschmeichelnden Bariton und angenehm gradlinigen Eigenkompositionen, die von beseelt aufspielenden Musikern hervorragend in Szene gesetzt werden, begibt sich Gregory Porter stilistisch beinahe in Easy-Listening-Regionen und macht damit den frühen Aufnahmen einer Norah Jones Konkurrenz, die ja bekanntlich zu den kommerziellen Abräumern des Genres zählt.

Diese Art von Jazzmusik lässt sich natürlich auch genreübergreifend vermarkten. Denn welcher aufgeschlossene Hörer kann sich schon dagegen wehren, wenn dieser Bär von einem Mann zu perlenden Pianoklängen, sparsamen Bläserriffs und dezenten Zutaten aus der Rhythmusabteilung mit samtweicher Stimme den einfühlsamen Crooner gibt, der auf dem Weg in die 70er Jahre aus einer Zeitmaschine gefallen zu sein scheint. Zum Glück landete Gregory Porter im Hier und Jetzt, um mit seiner Musik ein Publikum zu verzaubern, das sich wünschenswerter Weise auf „Be Good“ einlassen sollte.

Anspieltipps:

  • Work song
  • Real good hands
  • Painted on canvas
  • On my way to Harlem

Neue Kritiken im Genre „Jazz“
Diskutiere über „Gregory Porter“
comments powered by Disqus