Evelinn Trouble - Television Religion - Cover
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Evelinn Trouble Television Religion


  • Label: Chop Records/H'ART
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob das nun Kunst, Blödheit, Absicht oder Versehen ist, lohnt sich nicht zu diskutieren.

Die Züricher Indie-Rockformation Evelinn Trouble (benannt nach dem Künstlernamen der 22jährigen Sängerin Linéa Racine, dazu kommen noch Bassist Florian Götte und Neu-Drummer Tobias Schramm) gründete sich im Sommer 2008 (damals noch als Duo), sammelte danach Erfahrungen bei diversen Live-Auftritten auf dem ganzen Globus und stellt nun über Chop Records ihr Debütwerk „Television Religion“ vor. Darauf findet der willige Hörer ein lustiges Allerlei aus der Indie-Brauküche mit Zutaten aus dem Elektro-Prog/Post-Punk-Würzregal, aus denen die Schweizer einen apokalyptischen 53-Minuten-Rumpelkurs zaubern.

Dass Sängerin Linéa Racine schon länger im Geschäft ist und ihr kraftvolles Organ gezielt in Szene zu setzen weiß (u.a. als Backgroundsängerin von Sophie Hunger), lässt sich den Songs auf „Television Religion“ gut anhören. Racine setzt ihre Stimme wie ein Instrument ein und verleiht den Songs damit Charakter und Wiedererkennungswert. Daraus resultiert in guten Momenten eine Kreuzung aus Patti Smith (Gesang) und The Velvet Underground (Musik), nachzuhören in Stücken wie „Nothing“, „Waste“ oder auch „So long“, in den nicht so geglückten Passagen lärmen die Schweizer allerdings auch wie eine überdrehte The Stooges-Kopie („My lies“).

Kein Wunder, dass Evelinn Trouble ihren Hörern zwischendurch etwas Ruhe gönnen wollen und den achten Track des Albums einfach weglassen und direkt mit der Nummer neun weitermachen. So suggeriert es zumindest die Zählweise auf dem Back-Cover. Ob das nun Kunst, Blödheit, Absicht oder Versehen ist, lohnt sich nicht zu diskutieren. Vielmehr sollte festgehalten werden, dass diese Band bei allen negativen Reizpunkten ein paar interessante Duftmarken setzt und nicht nur mit den tollen Coverversionen von „I was a lover“ (TV On The Radio) und „I don’t live today“ (Jimi Hendrix) glänzt, sondern ein eigenes Klangbild erfindet, das nach einer gewissen Gewöhnungszeit und mit einigen wenigen Abstrichen zu gefallen weiß.

Anspieltipps:

  • Waste
  • Mother
  • Nothing
  • I was a lover
  • I don’t live today
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