Ólafur Arnalds - Soundtrack: Another Happy Day - Cover
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Ólafur Arnalds Soundtrack: Another Happy Day


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieser Soundtrack funktioniert in seinen beliebigen Momenten nur als Untermalung zum Film.

In die Welt von weitläufig im Genre Neo-Klassik untergebrachten Künstlern wie Max Richter, Nils Frahm oder eben dem Isländer Ólafur Arnalds passt noch so manch wesentliche Erweiterung wie Electronica oder schlicht der Soundtrack für das persönliche Kopfkino. Es liegt auf der Hand, dass Filmemacher oft zu Streichern und dramatischer Klassik-Instrumentierung greifen, sind diese Elemente doch prädestiniert dafür, das Gesehene mit der entsprechenden musikalischen Verkörperung zu unterstützen. Da machte der Schauspieler und Jung-Regisseur Sam Levinson für seinen Sundance-prämierten Film „Another Happy Day“ keine Ausnahme und kontaktierte 2010 Ólafur Arnalds, um ihn für die Töne seines Leinwandzaubers zu gewinnen.

Der Isländer zögerte nicht und vollbrachte den nun weltweit veröffentlichten Soundtrack aufgrund des engen Zeitplans in Bezug auf die Dreharbeiten innerhalb von zwei Wochen. So ganz gehen die 34 Minuten nicht als allein stehendes Album durch, ist es dafür doch recht kurz und wenig fordernd, was die Dramaturgie angeht. In den größtenteils sehr knappen Stücken gibt es nicht viel, an dem sich der Hörer festhalten kann. Stattdessen folgt eine melancholische Piano-Melodie auf die andere und schleichende Streicher ziehen als dunkle Wolken über die vorbei gleitende Landschaft.

Erstmals bei Track Fünf „Alice Enters“ reicht die Songlänge an die Drei-Minuten-Marke heran und lässt so etwas wie konsequente Entwicklung im Songverlauf zu. „The Wait“ forciert diese dichtere Grundstimmung weiter und erhebt sich in „Poland“ zu einer majestätisch anziehenden, verspielten Piano-Pracht, die hellhörig werden lässt. Wenn sich die Musik auf „Another Happy Day“ weiter so zwingend entfalten würde, wie im Verlauf, wenn sich in „Out To Sea“ auf wohltuende Weise Percussions und deutliche Rhythmen aus dem Piano/Streicher-Dickicht erheben oder „Autumn Day“ seine Melodie im Kopf fest zurrt. Doch es reicht nicht für eine wirklich dominante Albumpräsenz, so dass dieser Soundtrack in seinen beliebigen Momenten nur als Untermalung zum Film funktioniert, doch an anderen Stellen auch zu eigener Stärke aufblüht.

Anspieltipps:

  • The Land Of Nod
  • Poland
  • Out To Sea
  • Autumn Day

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