Therapy? - A Brief Crack Of Light - Cover
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Therapy? A Brief Crack Of Light


  • Label: Blast Records/H'ART
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Schade, dass das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft wird und das Album wie eine Zusammenstellung von Songs klingt, die sich einfach so über die Zeit angesammelt haben.

Therapy? Wow, die gibt es noch? Ist das ein Comeback? Nein, nein, ganz und gar nicht, die Nordiren veröffentlichen regelmäßig Alben. Trotzdem könnte der ein oder andere beim Lesen des Bandnamens an die 90er zurück erinnert werden, an die Zeit in der die Band durchaus bekannt war, bevor sie irgendwo in weniger sichtbare Gewässer abgetaucht ist. Doch nun steht das 13. Album in den Startlöchern und die alten Erinnerungen werden wieder wach. Es geht energiegeladen los mit einem brachialen Riff, bollerndem Bass und hallgetränktem Schlagzeug in „Living In The Shadow Of The Terrible Thing“. Dieses schreckliche Ding soll wohl ein Atomkraftwerk sein (siehe Video zum Song unten). Die beiden ersten Tracks besitzen eine gewisse Punk-Grunge-Urkraft, die Therapy? Zu Gesicht steht. Doch dann heißt es Bäumchen wechsle dich. Plötzlich wird es entspannter, „Marlow“ ist im Grunde ein instrumentaler Song aber mit einigen seltsam süßholzraspelnden Chören verziert.

So geht das zuvor genannte Spiel weiter und dadurch präsentiert sich „A Brief Crack Of Light” als ein recht inhomogenes Album, das abwechselnd das Ziel verfolgt in all dem Noise-Rock Melodien zu installieren oder sie eben komplett auszugrenzen. Wie könnte man sonst die Nachbarschaft eines sperrigen, hässlichen Songs wie „The Buzzing“ mit dem melodisch gleichgültigen Chorus-Gesang von „Get Your Dead Hand Off My Shoulder“ erklären. Mit „Ghost Trio“ und „Why Turbulence?“ fängt sich die Band wieder, gibt ein ordentliches Tempo und eine tief gestimmte Gitarre vor, bevor das Niveau wieder abfällt. Das Album ähnelt damit einer Fahrt im Fahrstuhl, mal geht es rauf, dann wieder runter. Mit „Ecclesiastes“ beenden die Nordiren die Platte auf eine ruhige und leicht elektronische Art, ein Song wie ihn die Deftones auch gerne mal auf ein Album einstreuen, nur ist dieser hier etwas zu lang und monoton.

In all der schwankenden Qualität der Kompositionen auf „A Brief Crack Of Light“ ist aber eins stets gut zu erkennen, nämlich das solide musikalische Handwerk des Trios. Die Jungs spielen nicht seit gestern zusammen und obwohl der Platz hinter den Trommeln öfter gewechselt wurde, haben sie seit 2002 mit Neil Cooper einen Schlagzeuger, der einige coole Drum Licks vom Hocker haut. Schade, dass das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft wird und das Album wie eine Zusammenstellung von Songs klingt, die sich einfach so über die Zeit angesammelt haben.

Anspieltipps:

  • Living In The Shadow Of The Terrible Thing
  • Ghost Trio
  • Why Turbulence?
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