Mouse On Mars - Parastrophics - Cover
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Mouse On Mars Parastrophics


  • Label: Monkeytown/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die verrückten Wissenschaftler der Musik sind heutzutage meistens in elektronischen Nischen der Musik auszumachen. Dieser Trend hat zwar schon mit Peter Gabriel begonnen, hat aber im Zuge der jüngsten Entwicklungen mit MGMT als Speerspitze eine weitaus stärker auf Club-Musik ausgerichtete Richtung ergeben. Mouse On Mars sind als Vertreter der (deutschen!) Electro-Szene Teil der elektronischen Bewegung. Das Duo aus Düsseldorf/Köln beschäftigt sich nach einer Vielzahl an Remixen endlich wieder mit „eigener“ Musik, wenn man bei Mouse On Mars von so etwas sprechen kann.

Was Andi Toma und Jan St. Werner mit „Parastrophics“ geschaffen haben, ist ein wilder Trip quer durch abgedrehte Electronica-Landschaften. Seichte, aber prägnante Drops, viele Lyrics und asymmetrisch erscheinende Klangbilder, die am Ende doch eingängig in das Ohr des Hörers rauschen. Abstrakte elektronische Musik trifft auch knapp 20 Jahre nach ihrer Gründung noch auf die beiden DJs zu. „Parastrophics“ zeigt sich dabei viel mehr als die große Spielwiese der elektronischen Musik, die man sich gut als Hintergrund-Musik einer Sci-Fi-Serie vorstellen könnte. Die Lieder haben eine fast jazzige Grundstimmung, die immer wieder verzerrt wird und durch neue Genre-Einschübe ein buntes Bild ergeben. Dabei vermischen sich Einflüsse, Melodien und Rhythmen, dass es schon schwer fallen kann, das System hinter der Musik zu erkennen.

Fünf Jahre nach ihrem letzten Output sprühen Mouse On Mars nur so vor Ideen, die allerdings nicht immer gelungen kanalisiert wurden. Wenn „Imatch“, „The Beach Stop“ und das eingängige „Polaroyced“ auch noch so gelungen sind, steht dagegen die nervtötende Eintönigkeit von „Baku Hipster“ als misslungenem Schlag gegen den Eurovision Song Contest und auch ziellose Arrangements, wie das endgültig übergeschnappte „Gearknot Cherry“ sind der Kakophonien dann doch zu viel.

Wer mit dem Kopf durch die Wand der Konventionen möchte, dem bieten Mouse On Mars jede Menge Einstiegsmöglichkeiten. Leider übertreibt es das deutsche Duo aber auch immer wieder und gibt sich unnötigen Spielereien hin, die ihrer Experimentierlust, nicht aber den Arrangements selber förderlich scheinen. Allerdings ist Mouse On Mars immer noch so abgehoben, dass es schwerfällt, diese Kritik zu materialisieren. So wird „Baku Hipster“ für viele also vielleicht der zugänglichste Song sein. Alle Angaben bleiben ohne Gewähr.

Anspieltipps:

  • The Beach Stop
  • Imatch
  • Seaqz

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