Alcoholic Faith Mission - Ask Me This - Cover
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Alcoholic Faith Mission Ask Me This


  • Label: Pony Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Alkohol geht leicht in den Kopf und ist ein Gegensatz zur Musik, die einen auf „Ask Me This“ erwartet.

Art, also Kunst, ist wieder in. Wenn jeder versteht, was der Künstler von uns will, dann wird es viel zu schnell langweilig. Das ist zumindest ein beliebtes Argument unter Kritikern. Bestes Beispiel dafür ist zur Zeit im Filmbereich zu finden. Wer sonst käme auf die Idee „The Artist“ für den Oscar als besten Film zu nominieren? Der Popcorn-Kinobesucher bestimmt nicht. Dieser Ausschluss der breiten Masse rächt sich natürlich regelmäßig kommerziell und es muss schon gute Promotion und überragende Kritik her, damit die (vermeintlich) künstlerisch anspruchsvolleren Bands nicht gleich wieder in der Versenkung verschwinden.

Die Alcoholic Faith Mission aus Dänemark macht es mit dem Namen schon mal einfach. Alkohol geht leicht in den Kopf und ist ein Gegensatz zur Musik, die einen auf „Ask Me This“ erwartet. Gleich „Down From Here“ tritt dem Pop in „Art-Pop“ gewaltig vors Schienbein. Die Hälfte des Songs ist ein A Capella des Sextetts und dazu gesellt sich eine Piano-Melodie, die jeden zweiten Pop-Song der Welt aufbessern könnte. Anstatt das ganze aber leicht ins Ohr gehen zu lassen, krallt sich die Experimentierlust der Dänen beim Hörer fest. Nahezu jeder Track birgt in sich das potenziell eine einfache Melodie auf den Hörer loszulassen, doch Synthie- und PC-Spielereien, sowie die wagnerische Liebe zu Bläsern, verbietet es dem Ethos der Band, sich unkompliziert zu geben.

Was im Auftakt und bei „Alaska“ ein Segen ist und die Vielfältigkeit der Musik aufzeigt, kann aber auch Fluch sein „Into Pieces“. Auch der Gesangsstilwahl, der eines mehrstimmigen Chores ohne identifizierbare Einzelstimme, trägt nicht gerade dazu bei, dass die Wiedererkennung und somit der Zugang erleichtert wird. Am Ende hält es sich die Waage, da man auf die verrückten Zusammenfügungen in „Running With Insanity“ nicht verzichten möchte, die Einfachheit im Schlusstrack „Throw Us To The Wolves“ jedoch ebenso unbezahlbar ist. Diesen Mut zur Konvention zeigen die Skandinavier allerdings zu selten und lassen ein gerade mal 36minütiges Album ungewöhnlich sperrig wirken. Gleichzeitig muss man diesem Album zugestehen, dass man auch beim x-ten Hördurchgang noch neue Details ausmachen wird. Leider werden nicht alle davon die Musik verträglicher machen.

Anspieltipps:

  • Down From Here
  • Running With Insanity
  • Throw Us To The Wolves

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