Rendezvous - Another Round Please - Cover
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Rendezvous Another Round Please


  • Label: G-Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Ausdauer beweist, wird am Ende auch belohnt. Das weiß man nicht erst seitdem James Cameron nach Eigenaussagen Jahrzehnte gewartet hat, bis die Technik bereit für seinen Film „Avatar“ war. Auch das israelische Duo Rendezvous hat sich Zeit gelassen und zwischen ihre erster EP 2004 und dem Debütalbum „Another Round Please“ glatte acht (!) Jahre verstreichen lassen. Wo andere längst die Musik aufgegeben hätten, blieben die Israelis ihrem Hobby treu und dürfen nun ihren ersten Langspieler feiern. Ob auch die Hörer etwas zu feiern haben, interessiert allerdings nicht weniger.

Schon die Vorab-Single und Album-Eröffnung „C Sharp“ weiß Lust auf mehr zu machen. Der stilsichere Mix aus Elementen der Disco-Musik aus den letzten vier Jahrzehnten ist tanzbar und beruhigend zugleich. So gekonnt man sich zur eingängigen Melodie von „C Sharp“ bewegen kann und „Egypt“ mit hypnotischem Rhythmus und Synths sofort die Glieder in Bewegung setzt, drängt sich die Musik von Itai Simon und Hagai Izenberg nicht auf und lässt auch in einer Lounge die Hörerschaft gemütlich im Sitzen nicken. Das Duo beweist schnell, wie treffsicher sie alte Dance-Elemente in neue Kleider hüllen.

Nicht immer zünden die Melodie und/oder die Stimmung der Lieder so gut, sodass „Prisoner No 251“ eher im Hintergrund an einem vorbeirauscht und weder der Rhythmus einen fängt, noch die altbackenen Synths denselben Charme wie in den Liedern davor ausstrahlen können. An solch einem schwächeren Track zeigt sich, was für Grenzgänger die beiden Djs mit ihrer Musik sind. Was in „Prisoner No 251“ nämlich versagt, funktioniert im Anschluss gleich wieder problemlos in „The Murf“.

Solange Itai und Hagai nicht zu altmodisch werden (wie noch in „Blues In Space“ und „Hands Up“), liefern sich wahrlich hypnotisierende Arbeit, die den Hörer mithilfe des Retros einfängt. Leider sind drei Aussetzer bei einer Tracklist von acht Stücken zu viel, um am Ende von einem gelungenen Debüt zu sprechen. Die Fehler werden zwar quantitativ vom Großteil der Songs aufgefangen, aber verschwinden tun die Schwächen dadurch erstens nicht und zweitens bleibt so auch nicht mehr zu viel starkes Material, mit dem man die Jungs weiter empfehlen kann.

Wenn Rendezvous sich nicht wieder acht Jahre Zeit bis zur nächsten Platte lassen, darf man aber gespannt sein, ob so starke Nummern wie „C Sharp“, „Egypt“ und „End Of he World“ nicht doch noch in höherer Frequenz aus Israel kommen könnten.

Anspieltipps:

  • C Sharp
  • Egypt
  • Prisoner No 251

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