Fanfarlo - Rooms Filled With Light - Cover
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Fanfarlo Rooms Filled With Light


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Briten tauschen akustische Gitarren, Mandolinen und Glockenspiel gegen Synthesizer, Samples und Loops und tünchen ihren Sound in elektronische Klangfarben.

Fanfarlo sind eine fünfköpfige Indie-Pop-Band aus London, die sich im Jahr 2006 gründete und drei Jahre später mit dem Album „Reservoir“ ihr selbstvertriebenes Debüt auf den Markt brachte. Dieses weckte die Aufmerksamkeit des US-Majorlabels Atlantic Records, das Fanfarlo daraufhin unter Vertrag nahm und das Album nochmals weltweit in die Läden stellte. Auf „Reservoir“ zelebrierten Fanfarlo, damals noch zu sechst, einen entfernt an Sigur Rós und Arcade Fire angelehnten Folk-Pop, der bei Genre-affinen Hörern offene Türen einrannte und entsprechend enthusiastisch aufgenommen wurde.

Drei Jahre nach ihrem allerorts abgefeierten Debüt ist es jetzt Zeit für den Nachfolger „Rooms Filled With Light“. Doch was ist das? Als Produzent wird der berüchtigte Ben H. Allen (Christina Aguilera, Lenka, Gnarls Barkley, Asher Roth, M.I.A.) aufgeführt. Dass sich Fanfarlos Klangbild dadurch ändern würde, dürfte bei den Fans des Debüts für Schweißausbrüche sorgen. Doch alles halb so wild! Auch Indie-Popmusik muss sich weiterentwickeln dürfen. Und so tauschen die Briten mal eben akustische Gitarren, Mandolinen und Glockenspiel gegen Synthesizer, Samples und Loops und tünchen ihren Sound in elektronische Klangfarben, die, bei einer gekonnten Umsetzung, ja nichts Schlechtes sein müssen.

Also kurz geschüttelt, den Mund abgeputzt und sich locker gemacht, um Fanfarlo auf ihrem neuen Weg zu begleiten, der sich schon nach den ersten Tönen als ziemlich spannend herausstellt. Denn eine glattgebügelte Pop-Produktion ist „Rooms Filled With Light“ ganz und gar nicht geworden, obwohl das Quintett eine tolle Melodie nach der anderen aus dem Ärmel schüttelt („Lenslife“, „Shiny things“, „Tunguska“), die je nach Herangehensweise auch zu 100% radiokompatibel hätten geschliffen werden können.

Doch Fanfarlo haben sich zum Glück ihre kleinen Verschrobenheiten bewahrt (hier ein paar windschiefe Streicher, dort ein aufdringliches Bläserriff) und damit für sich eine BritPop-Variante entdeckt, die sich nicht geniert zuzugeben, ausgiebig bei großen Vorbildern wie Blur, Pulp und den Editors in die Schule gegangen zu sein.

Anspieltipps:

  • Bones
  • Lenslife
  • Feathers
  • Replicate
  • Shiny things

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