Plexus Solaire - Plexus Solaire / Best Of 2003-2010 - Cover
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Plexus Solaire Plexus Solaire / Best Of 2003-2010


  • Label: Monkey Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 90 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Alltagsbrei der Musikgesellschaft freuen sich Musikredaktionen, die mit Dutzenden von CDs täglich „beglückt“ werden, immer über etwas Besonderes. So kann man sich gut vorstellen, wie dankbar Redakteure in Österreich 2003 für das Debüt der heimischen Band Plexus Solaire waren. Ein paar junge Kerle, die lieber auf Französisch ihre Texte zum Besten gaben, anstatt auf der Welle der deutsch- und englischsprachigen Gruppen mit zu schwimmen. Jetzt sehen sich die Alpenländler auf dem Zenit und haben mit ihrem neuen, selbstbetitelten Album einen neuen Schritt in ihrer Karriere gewagt. Freundlicherweise ist als Gegenüberstellung zu früher eine Best-Of-Platte im Preis mit inbegriffen, sodass man den Vergleich gleich selbst ziehen kann.

Auch ohne den Best-Of-Sampler müssten Plexus Solaire sich nicht scheuen, das neue Album auf den Markt zu werfen. In bester Manier von The Pixies wird die Musik einfach und ohne vieles Glattbügeln aufseiten der Produktion präsentiert. Die Melodien sind gerade in der ersten Hälfte des Albums unschlagbar und außer dass jedes Lied überzieht und die letzten 30 Sekunden gestrichen werden könnten, handelt es sich um starke Rockmusik, die durch den französischen Gesang eine ganz andere Klangfarbe bekommt.

Auch die zweite Hälfte beginnt toll, da „Le Cycle De La Vie“ zeigt, wie gut die Jungs mit Balladen sind und „Chance“ nicht minder eingängig rockt, wie der fantastische Opener „Faire Semblant“. Wenn jetzt noch mehr Abwechslung in den Liedern wäre oder sie zumindest ein Stück kürzer wären, dann gäbe es gar nichts mehr zu meckern.

Wem dieser frische und internationale Rockansatz gefällt, der muss sich beim Best Of auf das Klischee des französischen Pop-Rock gefasst machen. Was auf dem neuen Album unbeschwert und frei von Allüren ist, beschäftigt sich hier damit, möglichst französisch zu klingen. Das heißt zwar nicht, dass es sich um schlechte Musik, allerdings um sehr voraussehbare handelt. Heute haut dieser Ansatz keinen mehr vom Hocker. Noch dazu fehlt dem deutschen Hörer die unmittelbare Nähe zu dieser Band. Jupiter Jones kann schließlich in Deutschland auch auf mehr Unterstützung hoffen als in Spanien. Was Namen und Hintergründe so alles ausmachen.

Insgesamt enttäuscht das Best Of, weist aber zumindest auf die Steigerung der Band hin. Der Stil war tatsächlich verkeilt und der internationale Schlag der Musik hat Plexus Solaire mehr als nur gut getan. Ähnlich Kashmir hat man sich neu erfunden und funktioniert weit besser als zuvor. Gerade für den Erfolg im Ausland kann man den Österreichern zu ihrem neuen Stil nur gratulieren. Man weiß nicht wirklich, ob man das Best Of nun als Grund sehen muss, um das Gesamtpaket schlechter zu bewerten. Beschränkt man sich auf die zwei, drei Highlights des Best Ofs und eine wirklich gut gelungene neue Scheibe, dann kann man Plexus Solaire nur empfehlen, wenn man mal wieder etwas anderes hören möchte.

Anspieltipps:

  • Faire Semblant
  • Les Horizons
  • Je Suis Là

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