Asphyx - Deathhammer - Cover
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Asphyx Deathhammer


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Asphyx veröffentlichen ein neues Album und alle sind glücklich. In drei Soundchecks der Februar/März-Ausgaben einschlägiger Printmagazine auf Platz 1 mit meist voller Punktzahl und auch sonst landet der achte Death/Doom-Brocken der niederländischen Institution in den oberen Wertungsregionen. Ist was dran am Nachfolger zur unbarmherzigen Comeback-Platte „Death...The Brutal Way“ (06/2009) oder handelt es sich hierbei um ungerechtfertigte Medienhysterie?

Nun, da Hail Of Bullets-Vorstand und Ex-Pestilence-Reibeisen Martin van Drunen erneut mit an Bord ist, erklärt schon einmal, wieso „Deathhammer“ ganz sicher nicht als Totalausfall gewertet werden kann. Der mittlerweile 45jährige veredelt die unwirtliche Riffsteppe mit seinem abgedrehten Gesang, dass es eine wahre Freude ist, ihm bei seiner kranken Performance zuzuhören. Darüber hinaus erlauben sich Paul Baayens (Gitarre), Alwin Zuur (Bass) und Bob Bagchus (Schlagzeug) allerdings den einen oder anderen Schnitzer und holen nicht immer Alles aus ihrem kalten, hochtönigen Instrumentalinferno heraus, denn abgesehen von der leicht veränderten Struktur und einigen Breaks knattern z.B. „Into the timewastes“ und der Titeltrack auf den gleichen Riffs durch die trostlose Landschaft aus rasendem Death und Doom Metal.

„Minefield“ konzentriert sich hingegen auf den Sogeffekt von schleppendem Lavagestein, „Of days when blades turned blunt“ verarbeitet als blutrünstige Kreissäge sämtliche Gehrinmasse fein säuberlich zu Mus, „Der Landser“ speit als undurchdringlicher Celtic Frost-Monolith Gift und Galle und „The flood“ drückt einem die Kehle zusammen als wäre sie eine leere Coladose, während „Reign of the brute“ und „Vespa Crabro“ von allen Tempolimits befreit rasant den Vulkan hinunter rollen und die Rübe ins Schleudertrauma versetzen. Dafür ist „We doom you to death“ ein 7 Minuten langes Doomfossil, dass sich (abgesehen von einer kleinen Reminiszenz an Men At Works „Down under“) nicht so recht aus seiner monotonen Schale heraus traut. Als Entschädigung zermahlen Asphyx mit dem Albumender „As the magma mammoth rises“ die Eintönigkeit zu Staub und legen einen brachialen Abschluss vor, der noch lange in den Ohren nachhallen wird.

„Deathhammer“ ist sicherlich nicht das allerorts proklamierte Opus Magnum oder gar das beste Death Metal-Album des Jahres. „Deathhammer“ ist einfach pure Aggression und Wucht, die 47 Minuten und 28 Sekunden lang, abgesehen von ein paar Makeln, den nach Authentizität und Oldschool-Attitüde geifernden Metalhead nach allen Regeln der Kunst befriedigt. Und das herrlich-düstere und absolut stimmige Artwork gibt es praktisch gratis oben drauf.

Anspieltipps:

  • Der Landser
  • Vespa Crabro
  • Reign Of The Brute
  • As The Magma Mammoth Rises

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