And One - S.T.O.P. - Cover
Große Ansicht

And One S.T.O.P.


  • Label: Synthetic/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Steve Naghavi und seine ausgewechselte Band haben mit „S.T.O.P.“ ein neues Album veröffentlicht und klingen damit eigentlich genau wie immer.

In der Synthie-Pop-Szene sind And One längst bekannt: Frontman Steve Naghavi gründete 1989 gemeinsam mit Chris Ruiz die Band in Berlin und eiferte von da an, in der etwas härteren Variante seinen Idolen von Depeche Mode nach. Die Bandkonstellationen wechselte von da an regelmäßig, doch für das neue Album „S.T.O.P.“ fanden sich mit Rick Schah und Joke Jay zwei Mitglieder aus den frühen 90ern und Neuzugang Nico Wieditz mit Urgestein Steve Naghavi zusammen.

Der erste Song „Shouts Of Joy“ erinnert, vermutlich unfreiwillig an eine Vorab-Hymne zur kommenden Fußball-EM und ist, wie auch „Back Home“, eine saubere Pop-Nummer, die auch ein gewisses Maß an Tanz-Potential bereithält. Der Rest des Albums wird nicht unbedingt differenzierter, denn die einzelnen Songs klingen insgesamt recht austauschbar. „Killing The Mercy“ könnte problemlos bereits vor zwanzig Jahren erschienen sein, was die musikalische Weiterentwicklung sehr stark in Frage stellt. „Aigua“ fungiert eindeutig als Ausreißer: Der zerbrechliche, weibliche Gesang, gibt dem restlichen Stampfen des Albums eine wohlverdiente Ruhepause, endet leider viel zu schnell nach nur zweieinhalb Minuten. Nitzer Ebb -Sänger Douglas McCarthy gibt sich in dem melancholischen „The End Of Your Life“ die Ehre. Auffallend an „S.T.O.P.“ ist außerdem, dass sich kein einziges Lied mit deutschen Lyrics finden lässt, obwohl gerade das eine besondere Stärke der Band oder vielmehr von Steve Naghavi ist.

S.T.O.P.! Wenn eine Band den Hörer schon dazu auffordern muss, für einen Moment zu stoppen, um sich für das Album zu interessieren, scheint irgendwas nicht ganz zu funktionieren. „Wer diese Band bisher nicht mochte, wird sie spätestens jetzt hassen“ sagen And One selbstironisch über ihr neues Album. Manche Sachen lassen sich mit Humor eben besser etragen. Den Hörern, die bislang noch nichts von And One gehört haben, wird das Album vermutlich weniger sauer aufstoßen, als den alteingesessenen Fans, die mit Sicherheit mehr von dieser Platte erwartet haben. Die einzelnen Tracks klingen insgesamt platt durchproduziert und versuchen durch uralte Synthie-Sounds die Fans bei Laune zu halten. Zwar muss man Steve Naghavi wahrlich zugestehen, dass er weiß, wie das Handwerk funktioniert doch darf man And One-Fans mittlerweile auch die Frage „Wer ist eigentlich Dieter Bohlen ?“ nicht mehr verübeln. Insgesamt ist „S.T.O.P.“ bei weitem nicht so aufregend wie erwartet, klingt ein bisschen wie Depeche Mode im Winterschlaf und eignet sich als annehmbare Hintergrundmusik.

Anspieltipps:

  • Aigua
  • Shouts Of Joy
  • Back Home

Neue Kritiken im Genre „Electro“
Diskutiere über „And One“
comments powered by Disqus