Madonna - MDNA - Cover
Große Ansicht

Madonna MDNA


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Madonna-Werk setzt keine Maßstäbe oder Trends, sondern gehört in die Kategorie „durchschnittlicher Radio-Pop“ mit starkem elektronischen Einschlag.

Die Königin des Pop gibt sich nach drei Jahren Pause die Ehre: Ihr zwölftes Album ist ihr erstes unter den Fittichen von Interscope/Universal und der Spannungsfaktor stieg vorher ins Unermessliche. Madonna sammelte mit Benny Benassi, Martin Solveig und dem Briten William Orbit prominente Hitmacher ein und wollte ihre Fans wieder zum Tanzen bringen. Doch das neue Werk von Madonna, um es gleich vorwegzunehmen, setzt keine Maßstäbe oder Trends, sondern gehört in die Kategorie lediglich durchschnittlicher Radio-Pop mit starkem elektronischen Einschlag, der niemanden wehtut.

Die zweite Single „Girl Gone Wild” besitzt wirklich Hitpotential, dafür hat die erfahrene Entertainerin den richtigen Riecher. Eingängiger Dance-Pop scheint weiterhin das Markenzeichen der Künstlerin Madonna zu sein, die früher andere beeinflusste, mittlerweile ist das wohl nicht mehr so, weil sie zu sehr auf bereits Erprobtes setzt. An den meist von der Chefin selbst erstellten Texten scheiden sich die Geister: Sehr viele plakative, bewusst jugendliche, markige Worte strömen aus den Boxen, die einige Hörer wohl eher abschrecken werden.

Kurioserweise bekommen die beiden Balladen „Masterpiece” und „Falling Free” die besten Kritiken, was viel über die manchmal sehr stereotypen Beats der sogenannten Promi-Songwriter und Electro-Tüftler aussagt. „Masterpiece” stammt übrigens hauptsächlich aus der Feder von Julie Frost, die Lenas „Satellite”, also den Siegessong beim Eurovision Song Contest, komponierte. Ein ruhiger Track, der dank erstaunlich gefühlvoller Stimmleistung von Frau Ciccione, durchaus gefällt. „Falling Free” setzt noch einen drauf und gibt sich ebenfalls ungewohnt sanft und emotional.

Das mysteriöse „Gang Bang” fällt durch einen minimalistischen Beat auf, der endlich eine innovative musikalische Idee abseits des Üblichen darstellt. Spätestens bei dem nervigen „Some Girls” oder dem naiven „Superstar” hat auch der eingefleischteste Fan erkannt, dass teure Studiotechnik und eine perfekte Produktion keine musikalischen Ideen ersetzt. Madonna geht leider auf Nummer Sicher und musikalische Innovationen sind nicht vorhanden. Damit verfolgt sie den auf „Hard Candy” (2008) eingeschlagenen Weg unbeirrt weiter: Einige Singleauskopplungen werden dank illustrer Produzenten beim Publikum einschlagen. Der Rest ist Nebensache. Wenn das mal nicht etwas zu einfach kalkuliert war...

Die Haupteinnahmequelle für Musiker stellen inzwischen Liveauftritte dar. Das weiß nicht nur Madonna, die schon immer viel Wert auf eine perfekte Show gelegt hat, die Millionen von Fans anzieht. Mit „MDNA“ hat sie nun einen neuen Grund, um auf Tournee zu gehen. Die zwölf neuen Songs als Beiwerk bieten eingängige Popmusik, die sich aber in zu vielen einfallslosen Spielereien verzettelt. Das ist am Ende nur Durchschnitt und für eine Pop-Queen nicht ausreichend!

Anspieltipps:

  • Girl Gone Wild
  • Gang bang
  • Masterpiece
  • Falling Free

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Madonna“
comments powered by Disqus