Miike Snow - Happy To You - Cover
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Miike Snow Happy To You


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Verspielte elektronische Popmusik, die eingängig und innovativ sein will.

Die Herren Christian Karlsson, Andrew Wyatt und Pontus Winnberg sind als Produzenten für Songs von (u.a.) Britney Spears, Jennifer Lopez, Madonna und Kylie Minogue bekannt. Sie stellen aber auch seit dem Jahr 2007 die Elektro-Pop-Band Miike Snow dar. Ihr Debütalbum verkaufte weltweit mehr als 200.000 Einheiten, was in heutigen Zeiten schon als Erfolg gewertet werden muss. Es führte das Trio für 18 Monate auf Tour rund um den Globus, sodass erst jetzt, 2½ Jahre nach „Miike Snow“ (10/2009) der Nachfolger „Happy To You“ erscheint. Darauf setzt das Stockholmer Trio fort, was es auf seinem Debütalbum begann: Verspielte elektronische Popmusik, kombiniert mit ungewöhnlichen Melodien und Geräuschen, die am Ende trotz (oder gerade wegen) der Studiobasteleien eingängig und innovativ sein will.

Einen augenscheinlichen Singlehit, der den Hörer sofort anspringt, wirft „Happy To You“ im Gegensatz zu „Miike Snow“ mit „Animal“ zwar nicht ab, doch das ist vielleicht sogar gut so. Denn auf diese Weise will das zweite Werk des schwedisch-amerikanischen Trios vom Hörer erarbeitet werden, ohne dass vermeintliche Gassenhauer auf dem Silbertablett geliefert werden. Dass der Hörer dennoch fündig wird, spricht für die Art des Komponierens von Miike Snow.

So beginnt „Happy To You“ mit dem verspulten „Enter the jokers lair“ mit trippigen Beats und verfremdeten Stimmen und hinterlässt dabei einen Eindruck, nicht mehr als ein überlanges Intro zu sein. Richtig zur Sache kommen Miike Snow erst mit „The wave“, in dem elektronische Hilfsmittel und echte Instrumente aufeinandertreffen und damit den Startschuss geben zu einer reizvollen Melange aus „handgemacht“ und „am Computer zusammengebastelt“, was sich zum Beispiel darin äußert, dass wundervolle Bläserriffs auf Laser Beats treffen („Devil’s work“) oder schnelle Pianoläufe in Loops und Samples eingepackt werden („Archipelago“).

Dass so etwas auch kommerziell funktionieren kann, haben Miike Snow bereits in mittleren Dimensionen bewiesen. Und wer weiß, vielleicht geht da noch mehr? Denn wären Coldplay nicht so gnadenlos ihrem Wahn nach radiotauglichen Melodien erlegen, sie würden genauso klingen wie Miike Snow.

Anspieltipps:

  • Vase
  • Pretender
  • Devil’s work
  • God help this divorce
  • Bavarian #1 (say you will)

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