Jethro Tull - Thick As A Brick 2 - Cover
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Jethro Tull Thick As A Brick 2


  • Label: Chrysalis/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die langerwartete Fortsetzung des Prog-Klassikers aus den frühen 70er Jahren.

Die britische Art-Rock-Band Jethro Tull um Mastermind und einzig verbliebenes Gründungsmitglied Ian Anderson (64) ist seit nunmehr 45 Jahren ein Begriff in der internationalen Rockszene. Musikalisch verbindet die Band progressive Klänge in der Schnittmenge aus Folk-, Hard-, Jazz- und Bluesrock. Geprägt wird der Jethro-Tull-Sound insbesondere durch die Querflöte Ian Andersons, womit sich die Combo ein Alleinstellungsmerkmal erschaffen hat, das nur wenige Gruppen, wenngleich in anderer Form (wie z.B. die Heavy-Metal-Cellisten Apocalyptica) für sich in Anspruch nehmen können.

Zu den wichtigsten Veröffentlichungen aus dem Hause Jethro Tull zählen die drei aufeinander veröffentlichten Konzeptwerke „Aqualung” (04/1971), „Thick As A Brick” (04/1972) und „A Passion Play” (07/1973), mit denen Ian Anderson und Co. ihren Legendenstatus untermauerten und sich einen Platz an der Sonne inmitten von zur selben Zeit konkurrierender Bands wie Pink Floyd, Yes, Genesis, King Crimson oder auch Hawkind sicherten. Diese Gruppen hoben Rockmusik künstlerisch auf die nächste Stufe, ohne dass sich dies negativ auf die Verkaufszahlen auswirkte.

Nicht nur dass die genannten Schlüsselalben von Jethro Tull in regelmäßigen Abständen neu auf den Markt geworfen werden, Ian Anderson wird auch seit Jahren von Fans, Freunden und seiner Plattenfirma darum gebeten eine Fortsetzung von „Thick As A Brick“ zu schreiben. Und was wäre eine bessere Gelegenheit als der 40. Jahrestag des als Prog-Rock-Parodie geltenden Meisterwerks, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen? Das sah schließlich auch Anderson ein und entwickelte ab Februar 2011 das Konzept der Fortsetzung, die ab November 2011 zusammen mit Florian Opahle (Gitarre), John O'Hara (Keyboards), David Goodier (Bass) und Scott Hammond (Drums) sowie Steven Wilson (Porcupine Tree) als Toningenieur aufgenommen wurde.

Der in neun Suiten mit insgesamt 17 Songs unterteilte Longplayer wurde weitgehend live eingespielt und bedient sich neben erzählerischen Spoken-Word-Parts bei denselben Instrumenten aus der Entstehungsphase des 1972er Originals. Somit steht die E-Gitarre bewusst im Hintergrund von Orgel-, Akkordeon- und Keyboardklängen, akustischen Gitarren sowie Bläsern und Flöten. Das sorgt für eine authentische Atmosphäre und keine mühsam erzwungene Moderne und gibt der angepeilten Zielgruppe damit genau das, was sie sich von der „Thick As A Brick“-Fortsetzung erhofft hatte: Ein Album, das nahtlos an seine Grundlagen anknüpft und seine Coolness aus dem Mut altmodisch zu klingen bezieht. Ein jüngeres Publikum wird damit kaum zu erschließen sein, Hörer der Ü50-Generation werden dagegen heimliche Tränen der Freude vergießen.

Anspieltipps:

  • Old school song
  • Kismet in Suburbia
  • A change of horses
  • Banker bets, banker wins
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