Manual Kant - Applaus - Cover
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Manual Kant Applaus


  • Label: Richard Mohlmann Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„Vier fröhliche Taugenichtse aus der niederbayerischen Provinz“ werden Manuel Kant im Promo-Text vorgestellt, doch was da auf „Applaus“ aus den Boxen kommt, ist alles andere als Sonnenscheinmusik. Ganz anders präsentiert sich Opener und Titeltrack „Applaus“ als kantiger Indie-Rocker. Manual Kant pfeifen auf schöne Gesangslinien, sondern halten sich eher an Casper, auch wenn es nicht ganz so rauchig zur Sache geht. Von Provinzhood bis Drogenmissbrauch und Massenvernichtungswaffen geht es um alles, was sich in einem intellektuellen Tagebuch finden lässt. Ob die Musikreise, die von „Sextags“, „Schnaps“ und „Smalltalk“ handelt, sich am Ende lohnt, zeigt sich aber noch nicht allein im Auftakt.

„Applaus“ zeigt allerdings eine Schwäche, die sich das komplette Album über zieht. Die Luft nach hinten geht aus. Der Opener als dreiminütige Einstiegshymne wäre ein stimmungsvoller Einstieg, aber in über sechs Minuten verpufft das atmosphärische Stück ohne echte Leitmelodie. Dagegen punktet „Gut Aus“ danach mit eben einem Refrain, der im Kopf bleibt. Während „Gut Aus“ und „Sextags“ keine Längen aufweisen, kann letzteres allerdings nicht mehr mit einer mitreißenden Melodie aufwarten. Genauso wie die sehr kurzen „Bindegewebe“ und „Smalltalk“ will kein echtes Songfeeling aufkommen. Ansonsten weiß jeder Track, der mehr als vier Minuten lang ist, anscheinend nicht was er mit seiner Laufzeit anfangen soll.

Fast schon wie ein Jam wirkt „Die Aschfahlen Mädchen“ und so richtig weiß man nicht, was der Soundstrudel sein soll, mit dem Manual Kant uns versuchen einzufangen. Art-Rock ist das nicht wirklich, doch wenigstens die Texte sind aufbegehrend und kritisch. Selten funktioniert das Paket aus Lied und Text jedoch so richtig und so dankt man „Schnaps“ und „Mal Ein Herz Auf Die Bombe“, die Art-Rock nachdenklich (ersteres Lied) und kraftvoll) (letzteres Lied) gelungen zusammenfügen. Insgesamt überwiegen allerdings die Lieder, die nicht mehr wissen, als dass sie rau und echt klingen sollen. Ohne Melodie und echten Geist, die den Hörer bannen, lassen die Lieder es von sich aus aber gar nicht zu, dass man sich an sie erinnert.

Anspieltipps:

  • Gut Aus
  • Schnaps
  • Mal Ein Herz Auf Die Bombe

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  • 2017    
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