Accept - Stalingrad - Cover
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Accept Stalingrad


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Accept im Jahr 2012 klingen genauso, wie Accept im Jahr 2010.

Es war eines der überraschendsten und besten Comebacks in der Geschichte des teutonischen Heavy Metal: Accepts „Blood Of The Nations” (08/2010), das ohne Udo Dierkschneider am Mikrophon nicht zum Desaster, sondern zum von der Kritik gefeierten und von den Fans zu einem der größten kommerziellen Höhepunkte in der über 40jährigen Geschichte der Band geadelt wurde. Entsprechend hoch dürfte die Vorfreude auf den direkten Albumnachfolger sein, damit einhergehend, dass der Druck auf die Band um Gitarrist Wolf Hoffmann (52) noch höher ausgefällt, als vor der „Blood Of The Nations”-Produktion.

Das wiederum vom Engländer Andy Sneap (Arch Enemy, Megadeth, Exodus, Machine Head) produzierte Werk knüpft nahtlos an die tighte Performance des Vorgängers an und präsentiert das eingespielte Songschreiberduo Wolf Hoffmann und Peter Baltes (54) erneut in blendender Verfassung. Zusammen mit den hervorragenden Fähigkeiten des neuen Sängers Mark Tornillo (49), der Udo Dierkschneider in nichts nachsteht und damit einen authentischen Sound garantiert, präsentieren Accept mit „Stalingrad“ ein melodisches, aber nicht an Härte mangelndes Teutonen-Metal-Feuerwerk.

Der Titel „Stalingrad“ ist natürlich eine bewusste, um Aufmerksamkeit buhlende Mini-Provokation, die konzeptionell aber bis auf zwei Songs nicht tiefergründig verfolgt wird. Das wäre auch nicht die Welt von Accept, die in den 80er Jahren besondere Erfolge mit kirmesartigen Texten und Melodien genossen, aus denen die Wahl-Amerikaner für ihr Spätwerk die besten Zutaten herausdestillierten: Wuchtige Chorpassagen, mitsingbare Gitarrensoli und eine auf den Punkt genau agierende Rhythmustruppe.

All das vereint z.B. der epische Titeltrack, in dem all die genannten Markenzeichen inkl. eines musikalischen Zitats der russischen Nationalhymne vorkommen. Doch auch die restlichen Tracks müssen sich nicht hinter dem Titelgeber des Albums verstecken. So besticht „Shadow soldiers“ durch einen marschierenden Midtempo-Groove, „Against the world“, „Revolution“ und „The quick and the dead“ (erinnert nicht nur vom Titel her an den Iron Maiden-Klassiker „Be quick or be dead“) drücken ordentlich aufs Gaspedal, während „Twist of fate“ mehr aus der Hardrockecke kommt.

Damit festigen Accept ihren mit „Blood Of The Nations” zurückgewonnenen Ruf als eines der großen Aushängeschilder im deutschen Heavy Metal nachdrücklich, was angesichts der Klasse des Vorgängers keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Anspieltipps:

  • Hellfire
  • Stalingrad
  • Twist of fate
  • Shadow soldiers
  • Against the world

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