Soulfly - Enslaved - Cover
Große Ansicht

Soulfly Enslaved


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein zerfahrener Flickenteppich, bei dem die einzelnen Teile weit besser sind als das große Ganze.

Wer schon immer wissen wollte, wie sich Sepulturas „Arise“ (03/1991) auf Crack anhört, der sollte schnell in den nächstbesten Musikladen huschen und sich die aktuelle Langrille „Enslaved“ von Soulfly besorgen. Urheber dieses Vergleiches ist immerhin David Kinkade, der Joe Nunez an den Drums abgelöst und das achte Werk der Thrash Kapelle eingeprügelt hat. Gemeinsam mit Vorstand Max Cavalera (Gesang, Gitarre), Marc Rizzo (Gitarre) und Tony Campos (Bass) ist unterm Strich jedoch kein kompromissloses Manifest gegen die Sklaverei entstanden, sondern ein zerfahrener Flickenteppich, bei dem die einzelnen Teile weit besser sind als das große Ganze.

„I´ve had this concept for a long time. I actually thought it would be a Sepultura album, but that never happened. Soulfly went on and I never forgot about the idea. Coming off the road supporting „Omen”, I knew this was the best moment to do it. We´re tackling an extreme subject with the heaviest music we´ve ever done. Everything is connected. When you´re singing about something harsh like this, heavy music is the perfect match.” erklärt Max stolz, allerdings ist der raue Umgangston zugleich der größte Stolperstein auf „Enslaved“ und schuld an der allgemein äußerst durchwachsenen Vorstellung. Dabei zerhacken Cavalera, Gastgrunzer Travis Ryan (Cattle Decapitation) & Co. mit einer deftigen Breitseite nach dem mittelmäßigen Intro „Resistance“ in „World scum“ alles in seine Einzelteile und sind nach dem anfangs aufgebrachten und sich immer mehr beruhigendem „Intervention“ noch auf Kurs, ein abwechslungsreiches Killeralbum abzuliefern.

Dummerweise gehen Soulfly die Ideen nämlich viel zu schnell aus und „Gladiator“, „American steel“, oder „Redemption of man by god“ (mit Dez Fafara von Devildriver) bestehen aus einem wuchtigen Beginn mit anschließendem instrumentalem oder repetitivem Ausklang (z.B. „Hail, hail“-Rufe in „Gladiator“), der dem Drive der knackigen Riffs und dem Soulfly-Groove schnell im Wege steht und die Songs künstlich und unnötig in die Länge zieht. „Treachery“ versucht diese Strukturen zumindest in einen dynamischeren Rahmen zu bringen und „Legions“ geht als wütender Thrashhammer ungehindert auf seine Feinde nieder, doch sowohl das in Max Muttersprache gehaltenes „Plata o plomo“, als auch der mit den Tempobeschränkungen spielende Longtrack „Chains“ bringen nicht mehr als ein paar Schlachtrufe („Destroy the chains!“) oder nettes Tribal Drumming hervor.

Mit dem Abschluss „Revengeance“, der in Zusammenarbeit mit der restlichen Cavalera-Truppe wie Zyon (Schlagzeug), Igor (Gesang, Gitarre) und Richie (Gesang) entstanden ist, hat sich Max jedoch etwas übernommen und der zerfahrene Charakter von „Enslaved“ erfährt hier in Form einer nichtssagenden Jam-Session seinen bitteren Tiefpunkt. Wo hier das Crack oder die Genialität von „Arise“ versteckt sein soll, muss der umtriebige Brasilianer seinen Fans bitte einmal erklären. Bis es soweit ist, müssen wir uns wohl mit wenig brauchbarer Musik, viel Wut und einem Soulfly-Album begnügen, dass sich in die hintere Ecke der Diskographie einordnet.

Anspieltipps:

  • Legions
  • Treachery
  • World Scum

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Out Of The Frontline Trench EP
  • 2019    
Diskutiere über „Soulfly“
comments powered by Disqus