Exit Ten - Give Me Infinity - Cover
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Exit Ten Give Me Infinity


  • Label: Deep Burn Records
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Entweder hat die britische Fachpresse ein erstaunlich schwaches Langzeitgedächtnis oder die Lobeshymnen der Neunziger, die noch regelmäßig das „Next Big Thing“ prophezeit haben, sind immer noch der übliche Jargon im Business. Gut, dass es inzwischen Top 200 im Vereinigten Königreich gibt, da das Debüt der Band Exit Ten so als Nummer 109 noch in die Annalen der britischen Musikgeschichte eingehen konnte. Ausgerechnet diese unauffällig erfolgreiche Band soll einer der neuen Erlöser der britischen Rockmusik sein. Das kunstvolle Cover erinnert zumindest schon mal an Muses letztes Werk „The Resistance“, das am Ende aber nur erwartet gut war.

Dieses Level überhaupt erst zu erreichen wäre schon ein großer Schritt für die Jungs von Exit Ten. Kommerziell wie auch künstlerisch. „Give Me Infinity“ kommt aber erstens vom falschen Kontinent und dann auch noch eine Saison zu spät. Stringenter Rock mit harten Riffs und nicht ganz so hartem Gesang, wie es bei den Foo Fighters noch Schule war und ist. Die gerade erst vergebenen Grammys geben der Stilrichtungswahl der Band zwar recht, doch auch das große Vorbild aus den USA war nicht immer frei von Kritik.

Ohne Frage wissen Exit Ten, was sie machen. Die Lieder sind knackig in der Melodie, emotional im Gesang und lassen kaum eine ruhige Sekunde. Die Band jagt den Hörer von einer Nummer zur nächsten, sodass die gut 50 Minuten des Albums keinerlei Längen aufweisen. So weit, so gut. Ob „Life“, „Curtain Call“ oder „Suggest A Path“, das Auftakttrio deutet schon an, dass hier keine Gefangenen genommen werden. Auch wenn letzterer Track sich einer Ballade gleich vorstellt, wird daraus noch Power-Pop, der die Boxen von innen heraus drückt. Exit Ten sind laut und bei aufgedrehter Lautstärke mitreißend.

Doch wehe, dass die Lieder enden. Die Melodien verschwinden sofort und bleiben nicht im Ohr. Die handwerklich hohe Güte der Songs findet selten das richtige Riff und die passende Hookline, um den Hörer länger als die gespielten vier Minuten zu fesseln. Über die gesamte Spielzeit des Langspielers versucht man vergebens sich die Lieder der Band einzuprägen. „Give Me Infinity“ zündet zwar, wenn man die Tracks abspielt, aber darüber hinaus sucht man vergebens nach höherer Halbwertzeit. Genau diese Eigenschaft sollte die Musik der Truppe aus Britannien allerdings vorweisen, wenn wir wirklich von einem Top-Tipp der Zukunft sprechen wollen.

Anspieltipps:

  • Life
  • How Will We Tire
  • Mountain

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