Loreena McKennitt - Troubadours On The Rhine - Cover
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Loreena McKennitt Troubadours On The Rhine


  • Label: Quinlan Road/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die entschlackte Herangehensweise des SWR1-Konzertes führt nicht zum erhofften Fest für alle Sinne, sondern zu einer mittelmäßigen Räucherstäbchenmeditation.

An Live-Material mangelte es dem Loreena McKennitt-Fan in letzter Zeit keineswegs. „Nights From The Alhambra“ (08/2007) und „A Mediterranean Odyssey“ (10/2009) spendierten insgesamt über 5 Stunden lang in Bild und Ton zum Träumen schöne Singer/Songwriterkost mit folkloristischem Ambiente, bei der selbst andächtige Stille zu einem festen Bestandteil der mantraartigen Aufführungspraxis der gebürtigen Kanadierin umfunktioniert wurde. Mit dem Release des nächsten Mitschnitts namens „Troubadours On The Rhine“, das eigentlich nur die physische Veröffentlichung eines SWR1-Konzertes darstellt, welches während der Promotion Tour zum letzten Studioalbum „The Wind That Shakes The Barley“ (11/2010) abgehalten wurde, geht die mittlerweile 55jährige sogar noch weiter.

Wie der Untertitel „A Trio Performance“ andeutet, handelt es sich bei „Troubadours On The Rhine“ nämlich nicht um eine herkömmliche Liveaufnahme mit kompletter Band, sondern um ein als Akustikset getarntes, wenn auch etwas spärlich ausgefallenes Best Of, das neben Hauptprotagonistin Loreena McKennitt (Gesang, Harfe, Piano) lediglich von Brian Hughes (Gitarre) und Caroline Lavelle (Cello) getragen wird. Beim Gedanken an die bezaubernden Klanggebilde, die angesichts des starken Backkatalogs der Kanadierin aus dieser Konstellation entstehen könnten, bleibt das Album dem Hörer letzten Endes trotz knisternder Atmosphäre „ohne zusätzliche Aufnahmen, Overdubs oder Korrekturen“ einiges schuldig.

Klar, eine Nummer wie „Down by the Sally Gardens“ sorgt als minimalistisch arrangierte und mit dezentem Hall ausgestattete Inszenierung für permanente Gänsehaut und die spärlich einsetzende E-Gitarre von Hughes sorgt für ungeahnte Aha-Momente („Between the shadows“, „Stolen child“, „The Bonny swans“), doch wirklich tiefgreifenden Nutzen aus der entschlackten Herangehensweise, wie es im düster-beunruhigendem „The wind that shakes the barley“ der Fall ist, beziehen die restlichen Kompositionen nicht und verkommen meist zur mittelmäßigen Räucherstäbchenmeditation, denn zu einem faszinierenden Fest für alle Sinne. Damit ist „Troubadours On The Rhine“ zwar nicht im gleichen Maße überflüssig wie die Live/Best Of-Zusammenstellung „A Mediterranean Odyssey“, wirklich zu empfehlen ist der Mitschnitt trotzdem nur Komplettisten.

Anspieltipps:

  • The Parting Glass
  • Down By The Sally Gardens
  • The Wind That Shakes The Barley

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