The Stranglers - Giants - Cover
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The Stranglers Giants


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Große Momente sind allerdings zu selten und der Punk, den die Briten vor Jahrzehnten noch zelebrierten, klingt heute nur noch wie ganz netter Rock mit etwas vertatterten, aber auch sympathischen Einlagen.

Band-Biographien können Aufschluss über Musikstile geben. Wer unvoreingenommen und ohne Vorwissen in „Giants“ von The Stranglers reinhört, der denkt an seichten Prog-Rock, da ein vierminütiges Instrumentalrockstück zu Beginn nicht normal sein kann. Wer sich dann noch bei den Keyboard-Sounds in der zweiten Hälfte am Kopf kratzt, warum das nun futuristisch und/oder avantgardistisch wirken soll, der befragt das Internet nach der Band. Da stellt sich heraus, dass The Stranglers schon vor 35 Jahren ihr Debüt veröffentlicht haben. Großvater-Rock also. Na klasse, mag sich die Peer-Gruppe 20 – 40 denken. Und für wen soll solche Rockmusik auch wirklich noch sein?

Es ist eine weit verbreitete Norm, dass das Gros der Rockbands aus den 80ern an ihren Synthesizern festhalten. Man mag vielleicht sogar so weit gehen, dass wir selbst Bands wieAC/DC nicht mehr für voll nehmen würden, wenn das altmodische Quietschen aus dem Keyboard immer noch den Klang ausmacht. The Stranglers nehmen in dieser Hinsicht nämlich keine Gefangenen und spätestens nachdem der Gesang (der von der Stimmung an die Crash Test Dummies erinnert) zusammen mit hymnischen Refrains im Titeltrack erklingt, weiß der Hörer an was er ist.

Rock der alten Schule für Nostalgiker und Menschen, die auch heute noch für den unbedingten Einsatz von Keyboards sind (die nicht nach Klavier, sondern allem Möglichen klingen). Irgendwie ist es schon wieder mutig, wie verspielt in „Lowlands“ und auch „Mercury Rising“ mit der Elektronik umgegangen wird. Hier fällt dann auch endlich ein Querverweis, der schmeichelt: Frank Zappa! Große Momente sind allerdings zu selten und der Punk, den die Briten vor Jahrzehnten noch zelebrierten, klingt heute nur noch wie ganz netter Rock mit etwas vertatterten, aber auch sympathischen Einlagen. Man möchte die Stranglers zurück willkommen heißen im Geschäft, schafft es aber nicht sie ganz ernst zu nehmen.

Anspieltipps:

  • Lowlands
  • Boom Boom
  • Mercury Rising

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