Lis Er Stille - Nous - Cover
Große Ansicht

Lis Er Stille Nous


  • Label: Voices Music & Entertainement
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Sound der Band sitzt nicht immer sattelfest, fällt aber auch nie aus eben jenem. Gekonnt, wenn auch an manchen Stellen ziellos manövrieren sich die Dänen auf „Nous“ durch die progressiven Musikgewässer.

Gesundheitswarnung für die Hörer dieser CD: Ein böser Geist muss der dänischen Progressive-Rock-Band Lis Er Stille eingeredet haben, dass ihr Opener „?“ ein lang gezogenes Störgeräusch ist. Wer sich von diesen ersten 30 Sekunden nicht abschrecken lässt, der darf sich auf ein Prog-Rock-Spektakel der gelungenen Art freuen, die gerade zu Beginn erstaunlich stark nach überlangen Muse aus ihrer „Origin Of Symmetry“ Phase. Dazu kommt noch diese ausschweifende Art, die man Prog-Bands wie The Mars Volta zuspricht, bewahren sich dabei aber eine gewisse Eleganz, die sie eben mit Muse und auch Jenniferever vergleichbar macht.

Der eigentliche Auftakt „Human Head“ lebt dieses Prinzip genau vor. Mit treibendem Schlagzeug, das geradezu von The Mars Volta sein könnte trifft sich der Song mit dem hysterischen Gesang und den majestätischen Synths, die an Metthew Bellamy (Muse) und Konsorten denken lassen. In der zweiten Hälfte wandelt der Song gar noch über Gothic-Rock-Erinnerungen bis hin zu einer Rockhymne, die auf hohe, lange und aufbegehrende Töne setzt. So viel Abwechslung tut gut und macht einen guten Eindruck. Wer von genau dieser Art von Lied noch mehr sucht, der wird auf „Nous“ noch mehrere Male genau so bedient werden.

So geht es auch danach in „The Bail“ und „Epitome“, wobei ersteres abermals von Hymne zu Ballade über die Umwege Epik-Rock und Synth-Explosion arbeitet und „Epitome“ versucht sich dann seine kompletten sechs Minuten ruhig zu geben, was besser funktioniert, als die „Tanz der Vampire“-Ode im Synth-Epilepsie-Anfall „Torchers“. Aber selbst die schwächeren Songs finden in ihrer Spielzeit sehr gute Riffs und Bridges, die Langeweile immer wieder fortspülen. Der Sound der Band sitzt nicht immer sattelfest, fällt aber auch nie aus eben jenem. Gekonnt, wenn auch an manchen Stellen ziellos manövrieren sich die Dänen auf „Nous“ durch die progressiven Musikgewässer.

Anspieltipps:

  • Human Head
  • The Bail
  • Epitome

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
7/10

Topographic Drama: Live Across America
  • 2017    
8/10

Reap The Storm
  • 2017    
Diskutiere über „Lis Er Stille“
comments powered by Disqus