Esperanza Spalding - Radio Music Society - Cover
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Esperanza Spalding Radio Music Society


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf genauso kreative Ergüsse wie auf den vorigen Alben der jungen Frau hofft, wird die Radio-Nuance der Lieder als erdrückend und einengend empfinden.

Man kann ausgehen, um eine Band zu sehen und man kann ausgehen und dabei eine Band sehen. Der kleine, aber feine Unterschied ist die Konzentration auf die Gruppe, die an diesem Abend gesehen wird. Zahle ich mein teures Ticket für eine Band oder ein Festival, dann ist die Musik ganz oben auf der Prioritätenliste. Gehe ich aber in einen Club und es gibt Live-Musik, dann handelt es sich bei der Musik nur um einen angenehmen Bonus im Hintergrund. Genau in diese Falle ist Esperanza Spalding mit ihrem neuen Album „Radio Music Society“ gestolpert.

Zwar wurde der Versuch gestartet aus der kleinen Kammer die Radiostationen der Welt zu erobern, aber Esperanza Spalding mischt die falschen Attribute ihrer Musik, um die Hörerschaft mit Hit-Singles und PR-Donnerwtter zu umgarnen. Pop ist auf jeden Fall zur Genüge in Liedern wie dem repetitiven „Cinnamon Tree“ vorhanden, das den Tenor des Albums vorgibt. Starke Konzentration auf die Refrains und einfache Melodien. So klappt es im breiten Markt auch, allerdings in einer ganz anderen Dimension. Einen echten Unterschied zu ihrem Vorwerk von 2010 „Chamber Music Society“ erkennt man nur in Zügen. Zu zurückhaltend ist die Mischung aus Funk, Soul, Jazz und auch Bossa Nova, um ernsthafte Radiomusik zu erzeugen.

Kein Lied will sich vom Rest abheben und so entsteht diese Atmosphäre eines Cafés in welchem man sich mit Freunden trifft und die Hintergrundmusik war genießt, aber eben nur im Hintergrund wahrnimmt. Der warme Chorus von „Black Gold“ ist so ein Beispiel, das sich in den Vordergrund spielt, um dann in den gekonnten, aber sehr zurückhaltenden Strophen in alte Muster zu verfallen. Wer nun aber auf genauso kreative Ergüsse wie auf den vorigen Alben der jungen Frau hofft, der wird die Radio-Nuance der Lieder als erdrückend und einengend erleben. Die Songs fesseln sich selbst und erlauben sich nicht die künstlerische Freiheit, die man doch immer wieder durch hört. So kann Esperanza diesmal niemanden so richtig beeindrucken und muss mit ihrem nächsten Album noch einen Schritt vor oder aber lieber zurück.

Anspieltipps:

  • Black Gold
  • Radio Song
  • Vague Suspicions

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