Gemma Hayes - Let It Break - Cover
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Gemma Hayes Let It Break


  • Label: Fullfill Records/ALIVE
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gemma Hayes schafft auf „Let It Break“ vieles, aber nicht den Hörer mitzureißen.

Gemma Hayes macht dem irischen Songwritertum alle Ehre mit ihrem neuen Album „Let It Break“. Da ist allerdings nicht die Rede von Prügeleien und heftigen Liebesschnulzen, sondern einfach nur emotional gesteuerter, minimalistischer Musik. Dass der Hörer ihrer Alben auch sehr zerbrechlich ist, muss Hayes wirklich glauben, da ihr neues Album dem Sprichwort entsprechend keiner Fliege etwas anhaben könnte. Ob 53 Minuten Musikbalsam für Entspannung wie sonst nur bei Reiki sorgen oder man einfach wegdöst, entscheidet darüber in welcher Form dieser Silberling beruhigt.

Dabei fängt es gar nicht so esoterisch und voller Meditation an. Das Album legt nach der Klangkonstruktion ohne echte Melodie „Don't Let Them Cut Your Hair“ gut los und liefert mit „There's Only Love“, „Keep Running“ und Ruin drei echte Indie-Party-Tipps ab.Dazwischen ein paar eingestreute, intensive Songs, die der unglaublich langsamen Meditationsmusik gerecht werden (z.B. „Sorrow Be Gone“ und „Shock To My System“). Das klingt eher nach einer guten, ausgewogenen Mischung für ein Singer/Songwriter-Album. Nimmt man die Indie-Rocker allerdings genauer unter die Lupe und hört richtig hin, dann entbehrt sich diese Musik jeglicher Bässe und ein leichtes Kopfnicken scheint zur sanften Ader Hayes' schon zu viel zu sein. So erdrückt die Irin ihre Hörer mit einer Sanftheit, die jegliche Penetranz missen lässt,

Obwohl hier und da schöne Ideen eingestreut sind, wie das verträumte Piano in „That Sky Again“ und der anziehende Chorus des vorangehenden „Brittle Winter“, wehen die Lieder einfach wie ein kühler Frühlingswind an einem vorbei und werden vom nächsten Aprilregen fortgespült. Das mag den Liedern immer wieder ein neues „Überraschungsmoment“ geben, aber letzten Endes wäre es schöner, wenn man sich verspielte Piano-Interluden wie in „All I Need“ merken könnte und sich nach einem Wiederhören sehnen könnte. So grüßt auf „Let It Break“ immer wieder das Murmeltier ohne dass man sich daran erinnern würde. Hayes' Musik fehlt auf der neuen LP schlichtweg die Kraft, den Hörer an sich zu binden.

Anspieltipps:

  • Brittle Winter
  • That Sky Again
  • There's Only Love

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